Trump droht Kuba mit Militäraktion trotz unklarer Iran-Lage
Während die Situation im Iran-Krieg weiterhin unklar bleibt, richtet US-Präsident Donald Trump seine Aufmerksamkeit auf einen anderen Konfliktherd. In einem Interview mit dem US-Sender „Fox News“ am Samstag ließ Trump die Möglichkeit militärischer Aktionen gegen Kuba offen. Auf die Frage, ob Berichte über Pentagon-Vorbereitungen für einen Einsatz auf der Karibikinsel zuträfen, antwortete der Präsident ausweichend: „Nun, das hängt davon ab, was Sie unter militärischer Aktion verstehen.“
Verbaler Druck und militärische Manöver
Diese Aussage, die kaum als Dementi zu werten ist, befeuert die Spekulationen über eine mögliche Eskalation. Seit Monaten reißen die verbalen Drohungen der US-Regierung nicht ab und werden im kommunistischen Karibikstaat aufmerksam registriert. Parallel dazu absolvierten US-Militäreinheiten zahlreiche Übungen in Panama und anderen Regionen der Karibik, die an die geografischen und klimatischen Bedingungen Kubas erinnern.
Der kubanische Machthaber Miguel Díaz-Canel reagierte bereits am vergangenen Donnerstag auf die jüngsten Drohungen aus Washington. Bei einer Kundgebung anlässlich des 65. Jahrestags der kubanischen Revolution betonte er die Kampfbereitschaft seines Landes. „Wir wollen sie nicht, aber es ist unsere Pflicht, uns darauf vorzubereiten, sie zu vermeiden und, falls sie unvermeidlich wird, sie zu besiegen“, erklärte Díaz-Canel mit Blick auf eine mögliche militärische Aggression.
Embargo verschärft humanitäre Krise
Faktisch hat die Trump-Administration die Lage in Kuba bereits deutlich verschärft. Das verhängte Energie-Embargo trifft das Land hart, das etwa 60 Prozent seines Erdölbedarfs aus Venezuela, Mexiko und Russland importierte. In der ohnehin von einer tiefen Wirtschaftskrise geplagten Nation führte dies zu zusätzlichen Engpässen im Transportwesen, Kurzarbeit, Flugabsagen, Brennstoffmangel und landesweiten Stromausfällen.
Experten warnen vor einer sich zuspitzenden humanitären Krise in dem sozialistischen Land. Trump fordert ein Ende des sozialistischen Wirtschaftsmodells auf der Insel und kündigte Anfang der Woche an, seine Regierung werde sich nach Beendigung des Iran-Krieges auf Kuba konzentrieren. „Wir werden vielleicht in Kuba vorbeischauen, wenn wir mit diesem Krieg fertig sind“, sagte er und bezeichnete das Land als „scheiternden Staat“, der miserabel geführt werde.
Die kubanische Regierung präsentiert sich unterdessen kämpferisch. Díaz-Canel betonte, Kuba sei aufs Äußerste herausgefordert und müsse sich Gefahren bis hin zu einer militärischen Aggression stellen. Während die internationale Gemeinschaft die Entwicklungen aufmerksam verfolgt, bleibt die Frage, ob die rhetorischen Drohungen Trumps in konkrete Maßnahmen münden werden.



