Selenskyj warnt Russland vor Verstößen gegen Osterwaffenruhe - Friedensvorschlag liegt vor
Selenskyj warnt Russland vor Verstößen gegen Osterwaffenruhe

Selenskyj warnt vor Verstößen bei Osterwaffenruhe und erneuert Friedensinitiative

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland eindringlich vor möglichen Verstößen gegen die geplante Osterwaffenruhe gewarnt. Gemeinsam mit dem Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj habe er präzise Bedingungen für ukrainische Reaktionen auf etwaige Verletzungen der Feuerpause festgelegt, teilte Selenskyj über den Messenger-Dienst Telegram mit. „Solange es keine russischen Angriffe in der Luft, zu Lande oder auf See gibt, wird es auch keine Reaktionen unsererseits geben“, betonte der Staatschef in seiner klaren Stellungnahme.

Zeitplan und gegenseitige Vorwürfe

Die Waffenruhe soll nach einer Festlegung des russischen Präsidenten Wladimir Putin um 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) in Kraft treten. Auch Moskau hat bereits angekündigt, auf mögliche Verstöße von Kiews Truppen zu reagieren. Bei vergangenen Feuerpausen hatten beide Kriegsparteien immer wieder gegenseitige Verstöße beklagt, was die angespannte Situation an der Front verdeutlicht. Die ukrainische Armee ist auf jede Entwicklung an der Front vorbereitet, versicherte Selenskyj in seiner aktuellen Mitteilung.

Vorschlag für dauerhaften Waffenstillstand

Der ukrainische Präsident erneuerte zudem seinen bedeutenden Vorschlag, aus der temporären Waffenruhe einen dauerhaften Waffenstillstand zu machen. „Ein Waffenstillstand zu Ostern könnte auch der Beginn einer echten Bewegung in Richtung Frieden sein – von unserer Seite liegt ein entsprechender Vorschlag vor“, erklärte Selenskyj. Die konkrete Initiative für eine Verlängerung der Waffenruhe sei bereits der russischen Seite übergeben worden, fügte er hinzu. Dieser Schritt unterstreicht die diplomatischen Bemühungen Kiews trotz der anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen.

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Moskaus klare Haltung und Forderungen

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte bereits am Freitag deutlich gemacht, dass die Kampfhandlungen nach Ablauf der Waffenruhe um Mitternacht am Sonntag wieder aufgenommen würden, falls Selenskyj keine Entscheidung treffe, sich auf die russischen Bedingungen für einen Frieden einzulassen. Peskow betonte, dass Russland Frieden und keine Waffenruhe wolle. Damit meint er konkret, dass Kiew seine Truppen aus dem ostukrainischen Gebiet Donbass abziehen soll.

Moskau kontrolliert bisher den größten Teil des Donbass, verlangt aber für ein Kriegsende auch die letzten Kilometer inklusive der für Kiew strategisch wichtigen Städte Kramatorsk und Slowjansk. Selenskyj lehnt solche Gebietsabtretungen als „Geschenk an die russischen Besatzer“ kategorisch ab. Diese unvereinbaren Positionen verdeutlichen die tiefen Gräben zwischen beiden Seiten, die eine friedliche Lösung weiterhin erschweren.

Die Situation bleibt somit äußerst angespannt, während die internationale Gemeinschaft die Entwicklungen an Ostern genau beobachtet. Die ukrainische Führung zeigt sich trotz der schwierigen Umstände weiterhin dialogbereit, während Moskau seine militärischen und territorialen Forderungen unverändert aufrechterhält.

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