Selenskyj und Trump telefonieren über Friedensverhandlungen
Selenskyj und Trump: Telefonat über Frieden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump haben in einem Telefonat über den Krieg, Diplomatie und Friedensverhandlungen beraten. Selenskyj habe das etwa halbstündige Gespräch auch genutzt, um Trump zu dessen 80. Geburtstag zu gratulieren, teilt der ukrainische Präsidialberater Dmytro Lytwyn mit.

Selenskyj und Trump beraten über Friedensverhandlungen

Das Telefonat zwischen Selenskyj und Trump fand am 14. Juni 2026 statt. Dabei wurden alle wichtigen Punkte besprochen, darunter auch Ideen für die Verhandlungen, so ein Sprecher. Es war ein bedeutender Schritt in den diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges.

Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Industrie

Ukrainische Drohnenangriffe haben in den russischen Gebieten Tula und Jaroslawl Brände ausgelöst. Im Gebiet Tula fielen Trümmer einer abgeschossenen Drohne auf das Gelände einer Chemiefabrik in Nowomoskowsk. Nach Berichten in sozialen Netzwerken wurde dabei der Betrieb Asot getroffen – eines der größten Chemiewerke Russlands, das Dünger sowie Bestandteile für die Munitionsproduktion herstellt. Gouverneur Dmitri Miljajew machte keine Angaben zu Schadensausmaß oder möglichen Gesundheitsgefahren. Im Gebiet Jaroslawl berichtete Gouverneur Michail Jewrajew von einem Drohnenangriff auf Industrieobjekte zur Kraftstofflagerung, bei dem ein Brand ausbrach; Verletzte gab es demnach nicht.

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Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von insgesamt 249 Flugobjekten in verschiedenen Regionen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bestätigte abgewehrte Drohnenangriffe auf die Hauptstadt. Der Flughafen Schukowski wurde wegen Luftalarms geschlossen, auch am Flughafen Domodedowo kam es zu Einschränkungen. Die ukrainischen Angriffe auf russische Industrieanlagen wirken sich nach Berichten bereits auf die Kraftstoffversorgung aus: Benzin-Engpässe an Tankstellen werden aus Tatarstan, Moskau, St. Petersburg sowie von der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim gemeldet.

Selenskyj kündigt Reisen zu Gipfeln von G7, EU und Nato an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für die kommenden Wochen intensive Gespräche mit den Partnerstaaten auf mehreren Gipfeltreffen angekündigt. Es gehe um neue Sanktionen gegen den Kriegsgegner Russland, mehr Unterstützung für die Ukraine und dabei besonders um Flugabwehr und weitreichende Waffen, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Kiew hofft zudem auf Fortschritte beim Abschluss von Abkommen, die Investitionen in die ukrainische Drohnenproduktion gegen die Lieferung fertiger Drohnen vorsehen.

Ausdrücklich nannte er dabei das Treffen der wirtschaftsstarken G7-Staaten in Frankreich zu Beginn der Woche und im Anschluss den EU-Gipfel in Brüssel. Zudem führte Selenskyj den Nato-Gipfel in der zweiten Juliwoche in der Türkei an.

Atomkraftwerk Saporischschja wieder am Stromnetz

Nach fast drei Tagen ist das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Südosten der Ukraine wieder an das Stromnetz angeschlossen worden. Eine beschädigte Hochspannungsleitung sei repariert worden, teilten die von Moskau eingesetzte Kraftwerksleitung und der ukrainische Atomkonzern Energoatom übereinstimmend auf Telegram mit. Die seit Mittwoch zur Stromversorgung eingesetzten Dieselgeneratoren sind demnach wieder im Bereitschaftszustand.

Nach ukrainischen Angaben war es bereits der 19. Stromausfall, seitdem russische Truppen zu Kriegsbeginn im Frühjahr 2022 das Kraftwerk eroberten. Beide Kriegsparteien werfen einander regelmäßig vor, durch Kampfhandlungen für die Stromausfälle verantwortlich zu sein. Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas wurde daher aus Sicherheitsgründen heruntergefahren. Die Internationale Atomenergiebehörde hat Beobachter im Kraftwerk stationiert und die Kriegsparteien zur Zurückhaltung aufgerufen.

Weitere Entwicklungen im Ukraine-Krieg

Großbritannien hat nach Angaben von Premierminister Keir Starmer einen Öltanker der sogenannten Schattenflotte beim Versuch abgefangen, den Ärmelkanal zu durchqueren. Der Streitkräfte-Einsatz sei auf seine Anweisung hin in den frühen Morgenstunden erfolgt, teilt Starmer auf der Plattform X mit. Die erfolgreiche Operation versetze Russland einen weiteren Schlag.

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US-Präsident Donald Trump nimmt beim G7-Gipfel in Frankreich an einer Arbeitssitzung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj teil. Ein bilaterales Treffen der beiden ist nach Angaben von hochrangigen Vertretern der US-Regierung zwar nicht geplant, sie könnten jedoch am Rande des Gipfels zusammenkommen. Zudem trifft sich Trump den Angaben zufolge separat mit den Staats- und Regierungschefs von Ägypten, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich und Indien.

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Ölverarbeitungs- und Pumpanlage in der Nähe des Orts Kotowo in der russischen Region Wolgograd angegriffen. Dadurch sei ein Feuer ausgebrochen, teilt der ukrainische Generalstab auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.

Im südrussischen Temrjuk ist nach Angaben der Regionalregierung ein Mensch bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Hafenterminal getötet worden. Zudem sei in der Anlage in der Region Krasnodar ein Feuer ausgebrochen, teilt Gouverneur Weniamin Kondratjew auf Telegram mit. Auch die Behörden der Region Wolgograd melden einen Angriff: In einem Industriegebiet im Bezirk Kotowo sei deswegen ein Brand ausgebrochen.

Russland ist am Freitag Ziel eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 185 unbemannten Fluggeräten innerhalb von zwölf Stunden. Diese seien über rund einem Dutzend Regionen abgefangen worden, vor allem in Zentralrussland. In der Region Brjansk kam nach Angaben des dortigen Gouverneurs in einem grenznahen Dorf ein Mensch ums Leben. Eine weitere Person sei verletzt worden, teilte Jegor Kowaltschuk mit. Dem regionalen Einsatzstab zufolge wurden allein in der Region Brjansk 62 Drohnen zerstört.

Auch die Hauptstadt Moskau wurde offenbar angegriffen. Mehrere auf die Metropole zusteuernde Drohnen seien abgewehrt worden, erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin im Kurznachrichtendienst Telegram. Fachleute untersuchten die Trümmerteile an den Absturzstellen. Nach einer Auswertung russischer Nachrichtenagenturen wurden in Moskau 27 Drohnen zerstört.

EU-Beitrittsverhandlungen und Militärhilfe

Die EU wird am Montag die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau beginnen. Wie die derzeitige zyprische Ratspräsidentschaft mitteilte, haben die Mitgliedstaaten nach dem Ende der ungarischen Blockade einen gemeinsamen Standpunkt zum ersten Verhandlungsabschnitt vereinbart und damit die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen.

Die russische Armee hat nach Angaben von Kremlchef Wladimir Putin mehr als 700.000 Soldaten im Einsatz im Gebiet des Ukraine-Kriegs. Das sagte er bei einem Gespräch mit Soldaten im Kreml anlässlich des Nationalfeiertags, bei dem auch Verteidigungsminister Andrej Beloussow dabei war. Vor den Soldaten gab sich der russische Staatschef weiter siegesgewiss in dem vor mehr als vier Jahren von ihm befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Wegen eines Soldatenmangels hat nach Präsident Wolodymyr Selenskyj auch das ukrainische Verteidigungsministerium deutliche Solderhöhungen für Armeeangehörige angekündigt. Die ukrainischen Infanteristen werden zu den bestbezahlten Militärspezialisten in der Welt, kündigte das Verteidigungsministerium in einem Video an. Im Schnitt sollen ukrainische Fußsoldaten umgerechnet etwa 5800 Euro erhalten. Der Höchstsatz für Fronteinsätze soll auf fast 8900 Euro monatlich angehoben werden. Der Einstiegssold für alle Soldaten soll künftig um 50 Prozent auf knapp 580 Euro steigen.

Die Ukraine strebt einem Insider zufolge weitere 20 Milliarden Dollar Militärhilfe von ihren Verbündeten an. Die Anfrage solle am kommenden Donnerstag bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im sogenannten Ramstein-Format gestellt werden, sagte der ukrainische Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Mit dem Geld wolle Kiew seinen derzeitigen Vorteil auf dem Schlachtfeld gegenüber Russland festigen.

Die ukrainische Luftwaffe hat die Bevölkerung vor einem erneuten Einsatz der russischen ballistischen Mittelstreckenrakete Oreschnik gewarnt. Innerhalb von 24 Stunden gebe es eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Start einer solchen Rakete vom Testgelände Kapustin Jar im russischen Gebiet Astrachan, teilte die Luftwaffe in sozialen Netzwerken mit. Luftalarme sollten ernst genommen werden, hieß es.

Die ukrainische Armee hat mit ihren Drohnen mehrere Ziele auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Danach wurde am Kraftwerk von Simferopol ein großer Brand beobachtet, wie der proukrainische Telegramkanal Krymskij Weter berichtete. Am russischen Luftwaffenstützpunkt Saki gab es demnach Flugabwehrfeuer. Explosionen seien auch in anderen Teilen der Halbinsel zu hören gewesen.

Die Ukraine und Russland haben sich in der Nacht zum Freitag erneut gegenseitig mit Drohnenangriffen überzogen. Dabei gab es Behördenangaben zufolge Tote und Verletzte auf beiden Seiten. Die Ukraine nahm auch wieder Industrieanlagen tief in Russland ins Visier. So wurden in der für Russlands ölverarbeitende Industrie wichtigen Region Tatarstan weit von der Ukraine entfernt drei Menschen verletzt, als eine Drohne ein Wohnhaus traf.

Die USA planen einem Zeitungsbericht zufolge, die Zahl der Flugzeuge und Kriegsschiffe, die sie für Nato-Einsätze in Europa zur Verfügung stellen, um ein Drittel zu reduzieren. Dies berichtet die New York Times unter Berufung auf zwei hochrangige europäische Insider.