Selenskyj sagt Reise zu Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Polen ab
Selenskyj sagt Reise zu Ukraine-Wiederaufbaukonferenz ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird nicht an der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Danzig (Gdansk) teilnehmen. Grund ist ein eskalierender diplomatischer Streit mit Polen über die Umbenennung einer ukrainischen Militäreinheit. Die Konferenz findet am Donnerstag und Freitag statt, und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird ebenfalls erwartet.

Hintergrund des Streits

Die ukrainische Regierung benannte eine Militäreinheit nach einer Truppe, die im Zweiten Weltkrieg gegen die Sowjets kämpfte, aber auch Massaker an Polen verübte. Polen, einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine, reagierte scharf. Polens Präsident Karol Nawrocki entzog Selenskyj den Orden des Weißen Adlers, woraufhin dieser den Orden zurückgab.

Große Medien beider Länder riefen zur Besonnenheit auf. „Unsere Politiker sollten Weisheit und Vernunft beweisen, nach Einigung und einem Ausweg aus der Krise suchen“, hieß es in einem gemeinsamen Aufruf, der unter anderem in der „Gazeta Wyborcza“ und „Ukrajinska Prawda“ veröffentlicht wurde. Der Streit nütze nur dem gemeinsamen Feind Russland.

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Auswirkungen auf die Konferenz

Die Ukraine wird bei der Konferenz von Ministerpräsidentin Julia Syrydenko vertreten. Selenskyj hatte zuvor an den Konferenzen 2024 in Berlin und 2025 in Rom persönlich teilgenommen. Die Konferenzen zum Wiederaufbau der Ukraine (Ukraine Recovery Conference) finden seit dem ersten Kriegsjahr jährlich an wechselnden Standorten statt.

Russische Treibstoffkrise verschärft sich

Unterdessen weitet sich die Treibstoffkrise in Russland aus. Mehrere Regionen rationieren Benzin und Diesel. In der sibirischen Region Omsk wird die Abgabe von Benzin auf 40 Liter pro Auto begrenzt, Diesel auf 80 bis 200 Liter. Auch Lukoil rationiert den Verkauf in der Region Woronesch. Die Engpässe sind eine Folge ukrainischer Angriffe auf Raffinerien und Logistikwege.

Die tägliche Benzinproduktion lag vergangene Woche bei rund 90.000 Tonnen, 25 Prozent unter dem Durchschnitt von Juni 2025. Die Ölexporte auf dem Seeweg fielen in der ersten Junihälfte um 15 Prozent. Russland erwägt nun den Import von Benzin, um die Preise zu deckeln.

Ukrainische Angriffe auf die Krim

Die Ukraine griff erneut strategische Ziele auf der Krim an, darunter ein Ölterminal und ein Öldepot bei Kertsch. Russland meldete den Abschuss von 143 Drohnen. In sozialen Medien kursieren Bilder von Explosionen und Bränden. Die Flughäfen Krasnodar und Sotschi waren stundenlang gesperrt.

Zudem sollen ukrainische Drohnen ein Flugabwehrsystem vom Typ Pantsir, eine Radarstation Nebo und Orion-Drohnen getroffen haben. Die Angriffe wurden mit FPV-Drohnen durchgeführt.

Auswirkungen auf der Krim

Nach den Angriffen kam es auf der Krim zu Stromausfällen. Die Behörden führten Verbrauchsbeschränkungen ein und riefen zum Stromsparen auf. Auch die Unterbringung von Kindern zu Erholungszwecken wurde bis zum 1. September verboten. In Sewastopol wurden öffentliche Veranstaltungen abgesagt.

Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte zuvor vor massiven russischen Angriffen gewarnt. In Krywyj Rih kamen mindestens drei Menschen durch russischen Raketenbeschuss ums Leben, 19 wurden verletzt. In Charkiw wurde eine Frau bei Drohnen- und Raketenangriffen verletzt.

Internationale Reaktionen

Russlands Außenminister Lawrow erklärte, die USA hätten ihre Rolle als neutraler Vermittler aufgegeben. Europa werde durch die militärische Unterstützung für Kiew zu einer Bedrohung für den internationalen Frieden. Russland sei jedoch zu Friedensverhandlungen bereit, bestehe aber auf seinen Forderungen.

Estland entdeckte eine abgestürzte Drohne mit fünf Kilogramm Sprengstoff, die vermutlich bei einem ukrainischen Angriff auf Russland abstürzte. Das Land erhielt zudem das erste Iris-T-Flugabwehrsystem aus Deutschland.

Honduras will Drohnen aus der Ukraine kaufen, um den Drogenhandel zu bekämpfen. Präsident Asfura traf sich dazu mit Selenskyj in Kiew.

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