Selenskyj weist russische Eroberung von Kostjantyniwka zurück
Selenskyj: Kostjantyniwka nicht in russischer Hand

Selenskyj widerspricht russischer Eroberungsmeldung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Behauptung des russischen Militärs, die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka in der Region Donezk eingenommen zu haben, entschieden zurückgewiesen. „Das ist natürlich nicht wahr. Es ist nur eine weitere russische Lüge“, schrieb Selenskyj am Samstag auf der Plattform X. Die Stadt im Osten des Landes sei weiterhin unter ukrainischer Kontrolle. Zuvor hatte das russische Militär Präsident Wladimir Putin am Freitag die Einnahme der Stadt gemeldet – ein seit langem verfolgtes Ziel der russischen Führung. Kostjantyniwka ist die südlichste von vier wichtigen Ortschaften, die eine Verteidigungslinie bilden und für die Ukraine zur Abwehr russischer Vorstöße in die Region Donezk von großer Bedeutung sind.

Ukrainischer Generalstab bestätigt Eroberung nicht

Das ukrainische Militär bestätigte die von Moskau behauptete Eroberung Kostjantyniwkas nicht. Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnern weiterhin Gefechte gebe. Auch in Dörfern nahe russischer Positionen wie Iwanopyllja werde noch gekämpft. Ein Sprecher des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur RBC-Ukraine, die Behauptung Putins, Kostjantyniwka sei besetzt, entspreche nicht der Wahrheit.

Merz und Selenskyj telefonieren nach russischen Angriffen auf Kiew

Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach Angaben der Bundesregierung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Dieser informierte Merz über die Folgen der jüngsten russischen Luftangriffe auf Kiew und andere Teile der Ukraine. „Der Präsident dankte dem Bundeskanzler für die deutsche Unterstützung, insbesondere bei der Luftverteidigung“, teilte ein Regierungssprecher mit. Merz habe bekräftigt, dass sich die Ukraine auf die Unterstützung Deutschlands verlassen könne.

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Gasförderanlage nach russischem Angriff gestoppt

Ein russischer Drohnenangriff auf eine Gasförderanlage in der zentralukrainischen Region Poltawa hat nach ukrainischen Angaben ein Feuer ausgelöst. Der Betrieb der Anlage sei eingestellt worden, teilte der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz über Telegram mit. „Der Feind nimmt systematisch Gasförderanlagen ins Visier, um die heimische Produktion der Ukraine zu drosseln und die Vorbereitungen auf die Heizperiode zu erschweren“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Ukraine attackiert russische Ölanlagen bei St. Petersburg

Die Ukraine hat erneut russische Ölanlagen an der Ostsee bei St. Petersburg mit Drohnen angegriffen. Der Gouverneur des Umlands der Metropole, Alexander Drosdenko, berichtete, dass 67 feindliche Drohnen abgeschossen worden seien. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht, es deutet jedoch auf einen größeren Angriff hin. Im Hafen von Wyssozk am Finnischen Meerbusen seien Teile von Drohnen abgestürzt, sagte Drosdenko der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. In Wyssozk gibt es ein großes Terminal zur Ölverladung. Zudem scheint auch der Ölhafen von St. Petersburg selbst getroffen worden zu sein, wie Videos in russischen und ukrainischen Telegramkanälen nahelegen. Von der Führung der Millionenstadt gab es dazu keine Angaben. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte nur Angriffe auf das Umland von St. Petersburg, nicht aber auf das Stadtgebiet. Landesweit seien über Nacht 389 ukrainische Kampfdrohnen abgefangen worden.

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Mindestens zehn Tote bei russischen Angriffen auf Sumy und den Süden

Bei einem russischen Angriff mit einer Gleitbombe auf das Zentrum der nordukrainischen Stadt Sumy sind am Freitagabend nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter, teilte der regionale Gouverneur Oleh Hryhorow auf Telegram mit. Zudem seien 27 Menschen verletzt worden. Die Bombe sei in einem belebten Viertel mit einem Hochhaus und Geschäften eingeschlagen. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Bilder der Zerstörung und forderte die Verbündeten der Ukraine auf, den Druck auf Russland zu erhöhen. Im Südosten der Ukraine starben bei mehr als 50 Angriffen mit Drohnen, Artillerie und Bomben drei Menschen in der Region Dnipropetrowsk, darunter zwei in der Nähe von Nikopol. Die Stadt liegt am Fluss Dnipro, gegenüber dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja. In der Stadt Saporischschja selbst kamen nach Angaben des dortigen Gouverneurs Iwan Fedorow bei weiteren Angriffen zwei Menschen ums Leben, 21 wurden verletzt.

Putin feiert Eroberung von Kostjantyniwka

Kremlchef Wladimir Putin hat nach offizieller Darstellung die Eroberung der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk durch seine Truppen gefeiert. Die Industriestadt sei unter hohen Verlusten für die ukrainischen Verteidiger erobert worden, wurde Putin von seinem Sprecher Dmitri Peskow zitiert. Putin habe noch am Abend die sofortige Evakuierung aller in Kostjantyniwka verbliebenen Zivilisten angeordnet. Von ukrainischer Seite gab es zu den Siegesmeldungen aus Moskau keinen Kommentar. Zuletzt hatten ukrainische Militärs eine schwierige Lage in der bereits schwer zerstörten Stadt eingeräumt. Der ukrainische Generalstab in Kiew sprach am Abend in seinem Lagebericht lediglich von schweren Kämpfen rund um Kostjantyniwka. Putin käme nun seinem Ziel näher, den Donbass komplett unter russische Verwaltung zu bringen. Von den größeren Städten im Gebiet Donezk blieben dann nur noch Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka unter ukrainischer Kontrolle.