Schwere russische Luftangriffe auf Ukraine: Selenskyj fordert schnellere Flugabwehr-Lieferungen
Schwere russische Angriffe: Selenskyj fordert schnellere Flugabwehr

Schwere russische Luftangriffe treffen ukrainische Energieversorgung

In der Nacht auf Donnerstag hat Russland einen kombinierten Luftangriff mit 25 Raketen und mehr als 200 Drohnen auf die Ukraine gestartet. Dabei wurden schwere Schäden an der Energieversorgung in den Städten Kiew, Odessa und Dnipro verursacht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete in einer Videobotschaft aus Kiew, dass durch die Angriffe mindestens zwei Menschen getötet und mehr als zehn verletzt wurden. Besonders in der Hauptstadt Kiew ist die Situation kritisch: Viele Wohnhäuser sind ohne Fernwärme, und fast 2600 weitere Gebäude verloren ihre Heizung. In Odessa sind rund 300.000 Menschen von Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten.

Selenskyj fordert schnellere Lieferung von Flugabwehrraketen

Angesichts der anhaltenden Angriffe appelliert Präsident Selenskyj an die europäischen Partner, die Versorgung mit Flugabwehrraketen zu beschleunigen. „Das ist derzeit nicht nur für die Ukraine, sondern für ganz Europa eine zentrale Aufgabe“, betonte er. Selenskyj wies darauf hin, dass Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot im Januar aufgrund von Munitionsmangel nicht eingesetzt werden konnten. Die europäischen Nato-Staaten beziehen diese Raketen im Rahmen des PURL-Waffenprogramms aus den USA. Selenskyj mahnte zu schnelleren Zahlungen, da Patriot-Systeme am effektivsten gegen russische ballistische Raketen seien.

Deutschland stellt weitere Militärhilfe in Aussicht

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat der Ukraine die Lieferung von fünf weiteren PAC-3-Abfangraketen zugesagt. Diese Zusage ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass andere Länder insgesamt 30 dieser Flugkörper spenden. Deutschland wird sich zudem an einem Projekt zum Schutz von Großstädten in der Ukraine beteiligen. Die in der Ukraine-Kontaktgruppe organisierten Unterstützer haben ihre Zusagen an Militärhilfen für das Jahr 2026 auf 35 Milliarden Euro erhöht, wie der britische Verteidigungsminister John Healey mitteilte.

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Ukraine greift russische Raffinerien im Hinterland an

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben eine Ölraffinerie des Konzerns Lukoil in der Oblast Komi angegriffen, die mehr als 1750 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt. Der Angriff löste ein Feuer auf dem Gelände aus. Zudem meldete die Ukraine Angriffe auf ein Militärobjekt in der Region Wolgograd und eine Raffinerie in der Teilrepublik Komi. Diese Attacken zielen darauf ab, den Nachschub für die russische Armee zu stören und die Exporteinnahmen Moskaus zu schmälern. In den vergangenen Monaten hat die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Energie-Infrastruktur verstärkt.

Mehrheit der Deutschen für Merz-Putin-Dialog

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov befürworten 58 Prozent der Deutschen direkte Gespräche zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs. Besonders groß ist die Zustimmung unter Wählern der Union mit 64 Prozent. Kanzler Merz äußerte sich jedoch skeptisch zu solchen Gesprächen und verwies auf negative Erfahrungen mit früheren Kontakten, wie dem Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in Moskau, der zu verstärkten Bombardements führte.

Weitere Entwicklungen im Ukraine-Krieg

Estland kauft zur Stärkung seiner Verteidigung zwölf weitere Panzerhaubitzen vom Typ Caesar von Frankreich, die noch in diesem Jahr geliefert werden sollen. Ukrainische Rüstungsfirmen haben erstmals seit Kriegsbeginn Exportlizenzen erhalten, um Geld für den Ausbau der heimischen Industrie einzunehmen. Die Nato schätzt die russischen Verluste im Krieg auf insgesamt etwa 1,3 Millionen verletzte oder getötete Soldaten, wobei im Januar 2026 die Verluste erstmals seit längerer Zeit die Rekrutierungszahlen übertroffen haben. Russland hat zudem den Messengerdienst WhatsApp gesperrt, was der Dienst als Versuch einer Komplett-Blockade kritisiert.

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