Die von der Bundesregierung eingesetzte neue Nord-Süd-Kommission hat am Dienstag ihre Arbeit aufgenommen. Den Co-Vorsitz übernehmen der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz und die ehemalige Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla. Ziel der Kommission ist es, partnerschaftliche Beziehungen mit den Ländern des Globalen Südens zu intensivieren.
Hintergrund und Ziele der Kommission
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan teilte am Rande der Hamburg Sustainability Conference (HSC) mit: „Die globale Ordnung verschiebt sich. Wenn Deutschland auch in Zukunft global mitgestalten will, brauchen wir stabile Partnerschaften mit Ländern des Globalen Südens.“ Die Kommission soll neue Kooperationsformate entwickeln und bestehende ausbauen.
Scholz hatte bereits in seiner Kanzlerschaft versucht, die Kontakte zu wichtigen Schwellenländern auszubauen – unter anderem mit Blick auf Rohstoffpartnerschaften sowie für Abstimmungen über geopolitische Fragen. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Suche nach neuen Partnern jenseits der USA und Chinas als immer wichtiger bezeichnet.
Dringlichkeit der Zusammenarbeit
„Die Dringlichkeit, bestehende Kooperationsformate auszubauen und neue aufzubauen, ist hoch“, teilte Scholz mit. Er betonte, dass in Afrika, Asien und Lateinamerika Bevölkerungen und Volkswirtschaften schnell wachsen und diese Länder einen berechtigten Anspruch hätten, die Zukunft der Welt aktiv mitzugestalten.
Chinchilla verwies auf geopolitische Spannungen und eine zunehmende Fragmentierung der internationalen Ordnung. Deshalb seien neue Formen der Partnerschaft unverzichtbar. Die Kommission soll dazu beitragen, die Beziehungen zu diesen Regionen zu vertiefen.
Zusammensetzung der Kommission
Der neuen Kommission der Bundesregierung gehören 20 Mitglieder aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Nichtregierungsorganisationen an. Sie wird regelmäßig tagen und konkrete Handlungsempfehlungen erarbeiten.



