Russischer Botschafter in Berlin einbestellt: Drohungen gegen deutsche Ziele
Russischer Botschafter einbestellt: Drohungen gegen Deutschland

Russischer Botschafter in Berlin wegen Drohungen gegen deutsche Ziele einbestellt

Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter in Deutschland, Sergej J. Netschajew, unter Verweis auf direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in der Bundesrepublik einbestellt. Diese Drohungen werden als Versuch gewertet, die deutsche Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und die Geschlossenheit der Bundesregierung zu testen. In einer offiziellen Erklärung in sozialen Medien betonte das Außenamt, dass sich Deutschland nicht einschüchtern lasse. Derartige Drohungen sowie alle Arten von Spionageaktivitäten auf deutschem Boden seien vollkommen inakzeptabel und werden aufs Schärfste verurteilt.

Hintergrund: Liste mit deutschen Unternehmen als potenzielle Ziele

Nach Informationen des SPIEGEL steht die Einbestellung des Botschafters im Zusammenhang mit einer Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums von vergangener Woche. In dieser Erklärung drohte Moskau damit, Unternehmen in Europa ins Visier zu nehmen, die Verbindungen zur Ukraine unterhalten. Konkret wurden dabei drei deutsche Firmen genannt:

  • Davinci Avia – ein Tochterunternehmen des niederländischen Rüstungskonzerns Destinus, der ebenfalls auf der Liste steht.
  • 3W Professional – ein Motorenhersteller und Rüstungszulieferer mit Sitz in Hanau.
  • Airlogistics Germany – ein Münchner Luftfrachtunternehmen, das in den Fokus geraten ist.

Das russische Ministerium verwies in einer Nachricht im Onlinenetzwerk Telegram auf Pläne der Ukraine, gemeinsam mit europäischen Partnern die Drohnenproduktion auszubauen. Diese Pläne wurden als mutwilliger Schritt bewertet, der zu einer scharfen Eskalation der militärischen und politischen Situation auf dem gesamten europäischen Kontinent führen könne. Die europäische Rüstungsunterstützung für die Ukraine werde die Länder zunehmend in den Krieg mit Russland hineinziehen, so die Warnung aus Moskau.

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Medwedew bezeichnet Unternehmen als potenzielle Ziele

Russlands Vizechef des nationalen Sicherheitsrats, Dmitrij Medwedew, verschärfte die Drohkulisse weiter, indem er auf der Plattform X die aufgeführten Unternehmen als Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte bezeichnete. Er drohte damit, dass solche Schläge schnell Realität werden könnten, abhängig von der weiteren Entwicklung der Situation. Diese Äußerungen unterstreichen die angespannte Lage und die direkten Bedrohungen, die von russischer Seite ausgehen.

Die Einbestellung des Botschafters erfolgte am 20. April 2026 und markiert einen weiteren Höhepunkt in den diplomatischen Spannungen zwischen Deutschland und Russland. Das Auswärtige Amt konkretisierte in seinem offiziellen Statement nicht alle Details, betonte jedoch die Entschlossenheit, sich nicht von solchen Drohungen beeinflussen zu lassen. Die Bundesregierung bleibt fest in ihrer Unterstützung für die Ukraine und wird weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit und Souveränität Deutschlands zu wahren.

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