Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat nach eigenen Angaben den größten internationalen Auftrag der jüngeren Unternehmensgeschichte angenommen. Rumänien bestellt bei dem Düsseldorfer Unternehmen ein Rüstungspaket im Wert von 5,7 Milliarden Euro. Die Verträge umfassen die Fertigung von knapp 300 Lynx-Panzern sowie Flugabwehrsystemen, Munition, Munitionskomponenten und vier Marineschiffen. Die Unterzeichnung der Verträge erfolgte nun, wie Rheinmetall mitteilte.
Hintergrund des Deals
Der Auftrag kommt in einer Zeit geopolitischer Spannungen. US-Präsident Donald Trump zeigt sich unzufrieden mit der NATO, die USA ziehen Truppen aus Europa ab, und die Ukraine wehrt sich weiterhin gegen den russischen Angriffskrieg. In dieser für Europa unsicheren Lage hat das NATO-Mitglied Rumänien diesen Milliardendeal mit dem deutschen Rüstungskonzern geschlossen. Das Auftragspaket erfolgt im Rahmen des Programms „Security Action For Europe“ (Safe) der Europäischen Union. Die Auslieferungen sollen 2028 beginnen und bis 2030 abgeschlossen sein.
Produktion in Rumänien
Ein Großteil der Wertschöpfung erfolgt in Rumänien. Rheinmetall wird dort Investitionen in Höhe mehrerer hundert Millionen Euro tätigen und seine bereits seit vielen Jahren vorhandenen Kapazitäten deutlich ausweiten. Zudem ist ein Technologietransfer vorgesehen. Dadurch sollen Arbeitsplätze in einer vierstelligen Anzahl geschaffen und über 200 Unterauftragnehmer am Liefernetzwerk beteiligt werden. Mehr als 50 Prozent der Produktion erfolgen in Rumänien oder in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen.
Stimmen zum Vertrag
Mihai Jurca, Leiter der Kanzlei des rumänischen Ministerpräsidenten, wird mit den Worten zitiert: „Die nun mit Rheinmetall geschlossenen Verträge stellen nicht nur eine Gelegenheit zur Modernisierung der Verteidigungskapazitäten Rumäniens dar, sondern auch einen wichtigen Schritt zur Wiederbelebung der nationalen Verteidigungsindustrie.“ Rheinmetall-Chef Armin Papperger zeigte sich „dankbar für das Vertrauen, welches Rumänien uns bei der Ausstattung und Modernisierung seiner Streitkräfte entgegenbringt“.
Hintergrund: Drohnenangriff in Rumänien
In Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine war kürzlich eine Drohne in einem Wohnblock in Rumänien eingeschlagen. Die Explosion hatte Kritik an der Drohnenabwehr ausgelöst. Der Waffenhersteller Rheinmetall hat schon oft von kriegerischen Zeiten profitiert, aber selten lief es so gut wie heute. Fürs Geschäft waren die Verantwortlichen immer wieder bereit, an moralische Grenzen zu gehen.



