Rubio deutet grundlegende Nato-Überprüfung an
US-Außenminister Marco Rubio hat in scharfen Worten die mangelnde Unterstützung Spaniens und anderer Nato-Partner im Krieg gegen Iran kritisiert und eine spätere Neubewertung des Verteidigungsbündnisses durch die Vereinigten Staaten in Aussicht gestellt. Die jüngsten Äußerungen des Ministers markieren eine deutliche Verschärfung des diplomatischen Tons zwischen Washington und europäischen Verbündeten.
Spanien als Hauptkritikpunkt
Im Zentrum der Kritik steht Spanien, das den USA sowohl die Nutzung seines Luftraums als auch den Zugang zu den gemeinsam betriebenen Militärbasen Rota und Morón in Andalusien verweigert hat. "Spanien prahlt mit dieser Verweigerung", zitierte Rubio laut einer Mitschrift seines Ministeriums aus einem Interview mit dem Sender Al Jazeera. Der Minister betonte, dass die USA in einer Zeit, in der man Verbündete dringend benötige, feststellen müssten, dass ein Nato-Mitglied, zu dessen Verteidigung man sich verpflichtet habe, diese Unterstützung nicht erwidere.
Grundsatzfrage zur Nato-Zukunft
Rubio stellte die grundlegende Nützlichkeit der Nato für die USA in Frage: "Wenn es bei der Allianz nur darum geht, dass die USA Europa im Falle eines Angriffs verteidigen, den Vereinigten Staaten aber die Nutzung von Stützpunkten verweigert wird, wenn diese darauf angewiesen sind, ist das keine gute Vereinbarung." Der Minister machte deutlich, dass die Nato als Bündnis "keine Einbahnstraße sein" dürfe und kündigte an, dass die USA nach dem Krieg "all das neu bewerten" müssten.
Hintergrund der Spannungen
Die aktuellen Spannungen haben ihren Ursprung in dem von den USA und Israel begonnenen Irankrieg, der nicht unter die gegenseitige Beistandspflicht nach Artikel 5 des Nato-Vertrags fällt. Spanien hatte bereits kurz nach Kriegsbeginn vor gut einem Monat restriktive Maßnahmen ergriffen und seinen Luftraum für alle mit dem Konflikt in Verbindung stehenden Flugzeuge gesperrt. Auch andere Nato-Partner wie Großbritannien hatten Genehmigungen für die Nutzung von Militärstützpunkten nur mit Verzögerung erteilt, was ebenfalls auf Kritik aus Washington stieß.
Diplomatische Konsequenzen
Die Äußerungen Rubios stehen im Kontext wiederholter Kritik von US-Präsident Donald Trump an der mangelnden Unterstützung durch Nato-Partner im Irankrieg. Der Außenminister zeigte sich zwar hoffnungsvoll, dass sich die Situation noch regeln lasse ("Hoffen wir, dass wir das in Ordnung bringen können"), machte aber unmissverständlich klar, dass die derzeitige Praxis für die USA nicht akzeptabel sei. Die Ankündigung einer grundlegenden Neubewertung der Nato-Mitgliedschaft deutet auf mögliche weitreichende Konsequenzen für das transatlantische Bündnis hin.



