Ex-Botschafter enthüllt Putins brutale Verhandlungstaktik
Putins Verhandlungstaktik: Ex-Botschafter warnt

Der ehemalige deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger Freiherr von Fritsch, hat in einem Interview mit WELT Einblicke in die Verhandlungstaktik von Wladimir Putin gegeben. Er begleitete mehrfach deutsche Spitzenpolitiker zu Gesprächen in den Kreml und erlebte dabei eine Seite des russischen Präsidenten, die viele überrascht.

Aggressivität als Strategie

„Plötzlich bricht ungeheure Aggressivität auf“, beschreibt von Fritsch die Atmosphäre. Putin setze gezielt auf Einschüchterung und emotionale Ausbrüche, um seine Gegner zu verunsichern. Diese Taktik sei kein Zeichen von Schwäche, sondern kalkuliert. Der Ex-Diplomat warnt daher alle, die in dem Ukraine-Krieg vermitteln wollen: „Man muss sich dieser Methode bewusst sein, sonst wird man überrumpelt.“

Erfahrungen aus dem Kreml

Von Fritsch, der von 2014 bis 2019 als Botschafter in Russland diente, erlebte Putins Verhalten aus erster Hand. Er berichtet von Gesprächen, in denen der russische Präsident plötzlich die Stimme hebe, mit Fäusten auf den Tisch schlage oder Drohungen ausspreche. Ziel sei es, den Verhandlungspartner aus dem Konzept zu bringen und Dominanz zu zeigen. Diese Taktik habe Putin über Jahre perfektioniert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Warnung an Vermittler

Der Diplomat appelliert an die internationale Gemeinschaft, sich nicht von Putins aggressivem Auftreten blenden zu lassen. „Es geht nicht um persönliche Emotionen, sondern um eine inszenierte Show“, so von Fritsch. Er empfiehlt, sich auf solche Szenarien vorzubereiten und ruhig zu bleiben. Nur so könne man in Verhandlungen bestehen. Eine diplomatische Lösung sei zwar wünschenswert, aber nur mit realistischer Einschätzung der russischen Taktik möglich.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration