Macron warnt vor neuen Spannungen mit Trump: Europa muss den Grönland-Moment nutzen
Macron: Europa muss Grönland-Moment nutzen gegen Trump

Macron ruft Europa zu entschlossener Haltung gegenüber den USA auf

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat in einem aktuellen Interview mit mehreren europäischen Zeitungen, darunter der Süddeutschen Zeitung, eindringlich vor neuen Spannungen mit den USA gewarnt und die Europäer zu mehr Einigkeit aufgerufen. "Wenn wir nichts tun, ist Europa in fünf Jahren weggefegt", erklärte Macron am Dienstag und bezeichnete die aktuelle Phase als "Grönland-Moment", der den Europäern die Bedrohungslage bewusst machen solle.

Geopolitischer Bruch und feige Erleichterung

Macron betonte, dass die gegenwärtigen geopolitischen Spannungen einen tiefgreifenden Bruch darstellen. "Jeder muss sich bewusst werden, dass diese Krise einen tiefgreifenden geopolitischen Bruch darstellt", sagte der Präsident. Er kritisierte, dass nach jeder Entspannung eines Konflikts eine "feige Erleichterung" einsetze, wie zuletzt bei den Diskussionen über US-Strafzölle im vergangenen Sommer. Die Spannungen seien jedoch keineswegs beendet. "Jeden Tag, jede Woche wird es neue Drohungen geben", warnte Macron und forderte Europa auf, aus dem Zustand der "geopolitischen Minderjährigkeit" auszutreten.

Forderungen nach europäischem Schutz und gemeinsamer Verschuldung

Der französische Präsident bekräftigte seine Forderungen nach einem besseren Schutz der europäischen Industrie, wobei er betonte, dass es sich nicht um Protektionismus, sondern um die Bevorzugung europäischer Produkte handele. "Wenn sich die beiden Großmächte, denen wir gegenüberstehen, nicht mehr an die Regeln der Welthandelsorganisation halten, müssen wir uns wehren", mahnte Macron. Andernfalls drohe Europa, vom Markt zu verschwinden.

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Für verstärkte Investitionen in Bereichen wie Verteidigung, grüne Technologien, künstliche Intelligenz und Quantencomputer forderte Macron die Schaffung einer gemeinsamen Verschuldungskapazität durch Eurobonds. "Wir investieren viel weniger als die Chinesen und die Amerikaner", betonte er und unterstrich die Dringlichkeit, aufzuholen.

Dialog mit Russland und deutsch-französische Beziehungen

Mit Blick auf die Ukraine-Krise bekräftigte Macron die Notwendigkeit eines europäischen Dialogs mit Russland. "Es muss möglich sein, den Dialog mit Russland wieder aufzunehmen", sagte er, wobei er einen "gut organisierten europäischen Ansatz" forderte, der nicht an andere delegiert werden dürfe. Er begrüßte die verstärkten deutsch-französischen Beziehungen der letzten Jahre und bezeichnete das Tandem mit Bundeskanzler Friedrich Merz als unverzichtbar, betonte aber, dass dies allein nicht ausreiche.

Macron wies Gerüchte über ein mögliches Ende des geplanten deutsch-französischen Kampfjets FCAS entschieden zurück. "FCAS ist der Jet der Zukunft. Wir brauchen ein solches Flugzeug", erklärte er und bestätigte, dass mit Merz nicht über ein Projektende gesprochen wurde.

Europa muss Akteur werden

Abschließend appellierte Macron an die Europäer, sich zu fragen, ob sie "Zuschauer" oder "Akteur" sein wollen. "Es ist Zeit, aufzuwachen", forderte er und unterstrich, dass der Grönland-Moment genutzt werden müsse, um Europas Zukunft aktiv zu gestalten und sich gegen externe Bedrohungen zu wappnen.

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