Litauens Regierungschefin warnt vor russischen Hybridangriffen und fordert europäische Führung
Die litauische Ministerpräsidentin Inga Ruginiené hat in der Berliner Botschaft ihres Landes eindringlich vor hybriden Angriffen aus Russland gewarnt. Sie betonte, dass diese Provokationen nicht nur Litauen, sondern die gesamte Europäische Union auf die Probe stellen. „Russland testet nicht Litauen. Russland testet die EU“, erklärte Ruginiené in ihrer Rede, die von den Journalisten Alexander Dinger, Carolina Drüten und Chris Lunday dokumentiert wurde.
Strategische Bedeutung des Suwałki-Korridors
Die Regierungschefin verwies dabei besonders auf den Suwałki-Korridor, eine schmale Landbrücke zwischen Polen und Litauen, die eine entscheidende Rolle für die regionale Sicherheit spielt. Sie erläuterte, warum dieser Korridor im Falle einer Eskalation zu einem Ernstfall für die Nato und die EU werden könnte. Die geopolitische Lage erfordert eine klare und einheitliche Antwort der europäischen Partner, so Ruginiené weiter.
Ihre Warnung unterstreicht die wachsenden Spannungen in der Ostseeregion, wo Russland in den letzten Jahren vermehrt militärische und hybride Aktivitäten gezeigt hat. Ruginiené forderte mehr europäische Führung und Solidarität, um solchen Bedrohungen entschlossen entgegenzutreten. Sie betonte, dass Litauen als Grenzstaat der EU eine besondere Verantwortung trage, aber nicht allein handeln könne.
Die litauische Regierungschefin nutzte ihren Auftritt in Berlin, um auf die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung und Sicherheitspolitik hinzuweisen. Sie appellierte an die europäischen Staaten, ihre Anstrengungen zu bündeln und eine kohärente Strategie gegenüber Russland zu entwickeln. Nur durch gemeinsames Handeln könne die Stabilität in Europa gewährleistet werden, so ihr abschließendes Statement.



