Xenia Fedorova spricht leise, doch ihre Worte haben Gewicht. Der französischen Regierung ist sie ein Dorn im Auge, während sie in rechtspopulistischen und rechtsextremen Kreisen sowie deren Medien als Star gefeiert wird. Die Russin gilt in Frankreich als die Stimme des Kremls, und ihre Reichweite wächst stetig – obwohl sie selbst kein eigenes Medium mehr besitzt.
Vom Propagandasender zur einflussreichen Stimme
Einst war Fedorova Chefin des russischen Propagandasenders RT Frankreich. Nach dessen Verbot in Frankreich schien ihr Einfluss zunächst beschnitten. Doch das Gegenteil ist der Fall: Sie hat eine neue Plattform gefunden – die Medien des rechtsextremen Milliardärs Vincent Bolloré. Diese reichen von Fernsehsendern über Radiosender bis hin zu Online-Portalen und erreichen ein breites Publikum in Frankreich.
Die neue Strategie des Kremls
Fedorova nutzt diese Medien geschickt, um die russische Sichtweise zu verbreiten. Sie tritt in Talkshows auf, schreibt Gastbeiträge und vernetzt sich mit einflussreichen Persönlichkeiten der rechten Szene. Ihr Ton ist dogmatisch, aber stets leise und besonnen – eine Taktik, die ihr Glaubwürdigkeit verleiht. Die französische Regierung beobachtet diese Entwicklung mit Sorge, doch rechtliche Schritte gegen sie sind schwierig, da sie nicht direkt für ein verbotenes Medium arbeitet.
Einfluss auf die öffentliche Meinung
Durch ihre Präsenz in den Bolloré-Medien kann Fedorova die öffentliche Meinung in Frankreich beeinflussen, insbesondere in Bezug auf den Ukraine-Krieg und die EU-Sanktionen gegen Russland. Ihre Botschaften finden Gehör bei Menschen, die ohnehin skeptisch gegenüber der Regierung und der EU sind. Experten warnen vor der wachsenden Macht solcher Propagandisten, die demokratische Diskurse untergraben.
Reaktionen und Gegenmaßnahmen
Die französische Regierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung von Desinformation einzudämmen. So wurden Gesetze verschärft, die Transparenz von Medien gefördert und Aufklärungskampagnen gestartet. Doch Fedorova und ihre Unterstützer finden immer neue Wege, diese Hürden zu umgehen. Die Frage bleibt, wie effektiv diese Gegenmaßnahmen langfristig sein werden.
Xenia Fedorova ist ein Paradebeispiel dafür, wie russische Propaganda auch nach dem Verbot offizieller Kanäle weiterwirken kann. Ihr Fall zeigt, dass der Kampf gegen Desinformation ein ständiger Prozess ist, der Wachsamkeit und Anpassungsfähigkeit erfordert.



