Die Straßen von Tirana sind in tiefes Rot gehüllt. An einem Samstag Mitte Juni schwenken Demonstrierende die albanische Nationalflagge. Ein schwarzer Doppeladler auf rotem Grund. Wer genau hinsieht, erkennt auf Fotos und Videos von vor Ort noch einen anderen Vogel: den Flamingo. Er prangt auf Plakaten, ein Mann trägt eine aufblasbare Gummifigur in Form des rosa Tiers durch die Menge.
Proteste gegen Luxusresort
Der sogenannte „Flamingo“-Protest richtet sich gegen ein umstrittenes Bauprojekt: Jared Kushner, der Schwiegersohn von Donald Trump, plant ein Luxusresort in einem albanischen Naturschutzgebiet. Das Vorhaben bringt den albanischen Premier zunehmend in Bedrängnis. Hinter dem Vorzeigeinvestor stehen offenbar dubiose Firmen, deren Hintergründe nicht vollständig geklärt sind.
Wachsender Widerstand
Die Bevölkerung und Umweltschutzorganisationen laufen Sturm gegen das Projekt. Sie befürchten irreversible Schäden für die empfindliche Natur des Schutzgebiets. Die Proteste nehmen an Fahrt auf, und die Regierung sieht sich mit immer lauter werdenden Forderungen konfrontiert, das Bauvorhaben zu stoppen.
Kushner selbst verteidigt das Resort als wirtschaftliche Chance für die Region. Doch die Zweifel an der Seriosität der beteiligten Unternehmen wachsen. Kritiker werfen der Regierung vor, aus politischem Kalkül die Augen vor möglichen Unregelmäßigkeiten zu verschließen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Druck der Straße ausreicht, um das Projekt noch zu kippen. Der Premier steht vor einer Zerreißprobe zwischen Investoreninteressen und dem Willen des Volkes.



