Der viel kritisierte Kommentar von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist das Ergebnis einer Kommunikationspanne. Ein Regierungssprecher bestätigte in Berlin, dass der erste Tweet nach dem Spiel „Ergebnis einer Kommunikationspanne“ gewesen sei. Natürlich sei der Bundeskanzler enttäuscht vom Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft, fügte der Sprecher hinzu. „Aber so ist das nun mal im Sport: Mal gewinnt man, mal verliert man.“
Abstimmungsfehler in der Regierungszentrale
Bereits am Abend zuvor hatte es aus Regierungskreisen geheißen, bei der Verbreitung der Nachricht auf der Plattform X habe es einen „Abstimmungsfehler“ gegeben. Das sei „leider sehr ärgerlich“. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ über die Panne berichtet. Aus Regierungskreisen verlautete, es sei üblich, dass bei solchen Ereignissen Social-Media-Inhalte vorbereitet werden – auch in diesem Fall. Es seien Inhalte für verschiedene Fallkonstellationen vorbereitet worden. Dann sei der „falsche Tweet mit dem falschen Knopf zur falschen Zeit“ scharf gestellt worden. Dies dürfe nicht passieren und sei hochgradig ärgerlich, aber solche Dinge passierten bedauerlicherweise.
Das Spiel: 3:4-Niederlage gegen Paraguay
Die deutsche Mannschaft hatte am Abend zuvor mit 3:4 nach Elfmeterschießen gegen den Außenseiter Paraguay verloren. Medien bezeichneten das Spiel als „Trauerspiel“, „Blamage“ und „Armutszeugnis für Fußball-Deutschland“. Keine halbe Stunde nach Abpfiff lief auf dem offiziellen Kanzler-Account „Bundeskanzler Friedrich Merz“ dennoch ein recht positiver Kommentar. „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel“, hieß es dort. „Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“ Die Verbreitung dieser Version war den Angaben zufolge jedoch ein Versehen.
Spott und Häme aus der Politik
Spöttische Kommentare ließen nach der Partie nicht lange auf sich warten. Die Wortkombination „Welches Spiel“ trendete rasch auf X. Auch die politische Konkurrenz reagierte mit Häme. „Ich weiß gar nicht, was schlimmer war. Das Spiel oder diese Analyse“, schrieb etwa die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Merz sah sich veranlasst, dagegenzuhalten. „Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark“, konterte er die Kritik auf X. „Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott.“
Kanzler verteidigt Teamgeist
Mit diesen Worten stellte sich Merz hinter die Nationalmannschaft und rief zu Zusammenhalt auf. Die Panne um den ersten Tweet überschattete jedoch die Botschaft. In Regierungskreisen bedauerte man den Vorfall ausdrücklich: „So etwas darf nicht passieren.“ Man wolle die internen Abläufe überprüfen, um künftige Pannen zu vermeiden.



