Ungewöhnliche Kritik aus den eigenen Reihen: Republikaner Kennedy äußert sich zu Trumps Konflikt mit dem Papst
In der republikanischen Partei wird Widerspruch gegen Donald Trump während seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident praktisch nicht toleriert. Die Angst vor dem Zorn des Mannes im Weißen Haus ist zu groß, Senatoren und Abgeordnete sind weitgehend auf Linie gebracht. Vor diesem Hintergrund kommen die jüngsten Aussagen von Senator John Kennedy besonders überraschend.
Ein treuer Parteisoldat wagt sich vor
Der Politiker aus dem Bundesstaat Louisiana – ohne Verbindung zur legendären Kennedy-Dynastie – gilt eigentlich als loyaler Verfechter von Trumps MAGA-Ideologie (Make America Great Again). Nun hat er sich jedoch zu dem Kleinkrieg des Präsidenten mit Papst Leo XIV. geäußert und dabei eine bemerkenswerte Wortwahl gewählt.
„Ich liebe den Präsidenten wie einen Taco“, sagte Kennedy im rechten US-Sender Fox News. „Aber ich stimme mit ihm nicht überein, wenn es um diesen neuen heiligen Krieg mit dem Papst geht.“
Die Bedeutung des Begriffs „Taco“
Der Begriff „Taco“ lässt in diesem Kontext besonders aufhorchen. Es handelt sich nicht um eine in der englischen Sprache übliche Redewendung. Im Trump-Umfeld hat „Taco“ jedoch einen besonderen Beigeschmack: Kritiker verwenden das Wort im Zusammenhang mit Verhandlungen, bei denen Trump am Ende einknickt. „Trump Always Chickens Out“ („Trump gibt am Ende immer nach“) ist zu einem geflügelten Ausdruck geworden.
Die Frage stellt sich: Verwendete Kennedy den Ausdruck unwissentlich? Das erscheint unwahrscheinlich. Wenn es Absicht war, dürfte dies bei Trump überhaupt nicht gut ankommen.
Kennedys Position zum Papst
Kennedy selbst ist kein Katholik, sondern Anhänger der methodistischen Kirche. Er erklärte bei Fox News, dass er „großen Respekt vor dem Katholizismus“ habe und der Papst „das Recht auf seine Meinung“ besitze. Weiter sagte der Senator: „Warum wollen wir uns mit dem Papst streiten? Das ist nur Ablenkung. Und die Presse saugt es auf wie ein Staubsauger.“
Der Hintergrund des Konflikts
Trump und Papst Leo XIV. hatten sich zuletzt aus der Distanz ein heftiges Wortgefecht geliefert, das weltweit Schlagzeilen machte. Der US-Präsident warf dem Papst nach einer Reihe von Friedensappellen aus dem Vatikan eine „schreckliche Außenpolitik“ vor. Kurz darauf stellte er ein KI-Gemälde von sich als Heiland ins Internet.
Leo XIV. entgegnete: „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.“ Später sprach er – ohne einzelne Politiker beim Namen zu nennen – von einer „Handvoll Tyrannen, die die Welt zerstören“. Diese Äußerung wurde vielfach mit dem Konflikt mit Trump in Zusammenhang gebracht.
Eskalation und versuchte Deeskalation
Trump hatte wütend auf den Aufruf des Papstes reagiert und ihm mit Blick auf den Iran vorgeworfen, sich mit einem Land gemein zu machen, „das eine Atomwaffe will“. Leo XIV. sei „eine sehr linksliberale Person, und er ist ein Mann, der nicht daran glaubt, Verbrechen zu stoppen“.
Der Papst entgegnete daraufhin, er habe „keine Angst“ vor der Trump-Regierung und sehe es als seine „moralische Pflicht“, sich gegen den Krieg auszusprechen. Zuletzt hatte sich Leo XIV. um Deeskalation bemüht und erklärt, die Interpretation mancher seiner Äußerungen sei „nicht in allen Aspekten korrekt“ gewesen.
„Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen. Das liegt überhaupt nicht in meiner Absicht“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche während seiner Afrikareise.
Historische Dimension des Konflikts
Noch nie hat ein US-Präsident den Papst so scharf angegriffen wie Donald Trump. Die ungewöhnliche Kritik aus den eigenen Reihen durch Senator Kennedy unterstreicht die besondere Brisanz dieses außenpolitischen Konflikts, der über religiöse und politische Grenzen hinausreicht und internationale Aufmerksamkeit erregt.



