Israels Angriffe im Libanon gefährden fragile Waffenruhe mit Iran
Israels Libanon-Angriffe gefährden Waffenruhe mit Iran

Israels Libanon-Offensive stellt Waffenruhe mit Iran auf die Probe

Die jüngsten israelischen Luftangriffe im Libanon haben die erst kürzlich zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Waffenruhe ernsthaft ins Wanken gebracht. Nach dem verheerenden Großangriff am Mittwoch, bei dem nach libanesischen Angaben mindestens 182 Menschen getötet wurden, zieht Teheran nun die Sinnhaftigkeit weiterer Verhandlungen mit Washington in Zweifel.

Iran droht mit Abbruch der Waffenruhe

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi stellte die USA vor eine klare Wahl: „Entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben“, schrieb er auf der Plattform X. Diese deutliche Warnung unterstreicht die angespannte Lage, die durch Israels Militäroperation im Libanon entstanden ist.

US-Präsident Donald Trump konterte mit einer eigenen Drohung auf Truth Social. Er ließ verlauten, dass amerikanische Militäreinheiten rund um den Iran stationiert bleiben würden, bis ein „vollständig eingehaltenes Abkommen“ erreicht sei. Alle notwendigen Mittel für die „tödliche Verfolgung und Vernichtung“ eines geschwächten Gegners stünden bereit.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Eskalation durch Hisbollah und internationale Reaktionen

Als direkte Reaktion auf die israelischen Angriffe beschoss die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz nach eigenen Angaben einen Kibbuz im Norden Israels. Die Miliz kündigte an, ihre Angriffe fortzusetzen, bis die „israelisch-amerikanische Aggression“ ein Ende finde.

Die Vereinten Nationen reagierten mit scharfer Kritik. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die israelischen Luftangriffe entschieden und verwies auf Hunderte getötete und verletzte Zivilisten, darunter viele Kinder. UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk bezeichnete das Ausmaß der Zerstörungen im Libanon als „schlichtweg entsetzlich“.

Verwirrung um Geltungsbereich der Waffenruhe

US-Vizepräsident JD Vance nannte die zweiwöchige Waffenruhe zwischen Washington und Teheran „fragil“. Gleichzeitig betonte er, dass der Libanon nicht explizit in der Vereinbarung enthalten sei – eine Position, die der Iran und auch der pakistanische Vermittler anders sehen. Diese unterschiedliche Auslegung schafft erhebliche Unsicherheiten.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf warf den USA vor, noch vor Beginn der Verhandlungen ihre Zusagen gebrochen zu haben. Auch Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die israelischen Angriffe als unvereinbar mit der Waffenruhe-Vereinbarung.

Diplomatische Bemühungen und kommende Verhandlungen

Trotz der angespannten Lage sollen am Samstag direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfinden. Eine amerikanische Delegation um Vizepräsident Vance, Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner wurde bereits entsandt.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron pochte in Telefonaten mit Trump und Peseschkian auf die Einhaltung der Waffenruhe, die auch den Libanon umfassen müsse. „Sie muss den Weg für umfassende Verhandlungen ebnen“, betonte Macron.

Israelische Position und regionale Auswirkungen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte, die Waffenruhe sei „nicht das Ende des Kampfes“, sondern nur eine Station auf dem Weg zur Erreichung aller Ziele. „Wir sind bereit, jederzeit die Kämpfe wieder aufzunehmen“, sagte er und verwies darauf, dass Israel weiter den „Finger am Abzug“ habe.

Die Straße von Hormus, eine lebenswichtige Passage für den weltweiten Öl- und Gasmarkt, bleibt weiterhin umstritten. Der Iran droht weiterhin der Schifffahrt in der Meerenge und verlangt von Schiffen die Abstimmung mit den Revolutionsgarden und die Nutzung ausgewiesener Ausweichrouten.

Chinesische Staatsmedien warnten vor der Versuchung, die Waffenruhe militärisch zur Neuaufstellung zu nutzen. Das „schmale Fenster“ der zweiwöchigen Feuerpause müsse für diplomatische Lösungen genutzt werden, um eine noch längere und schädlichere Krise zu verhindern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration