Israel verdächtigt offenbar hochrangige US-Regierungsmitglieder, allen voran Vizepräsident JD Vance, vertrauliche Informationen über eine geplante Militäroperation mit kurdischen Kämpfern gegen das iranische Regime an die Türkei weitergegeben zu haben. Dies berichtet die „Jerusalem Post“ unter Berufung auf ein neues Buch des Redakteurs Yonah Jeremy Bob, der exklusiv mit hochrangigen israelischen Geheimdienst- und Militärvertretern gesprochen hat.
Geplanter Bodeneinsatz gegen Teheran
Laut den israelischen Quellen sollten kurdische Kämpfer mit Unterstützung der israelischen Luftwaffe einen Bodeneinsatz gegen das iranische Regime durchführen. Die Waffen dafür sollten von den USA und Israel bereitgestellt werden, wobei ein Großteil aus erbeutetem Material der Hamas im Gazastreifen und der Hisbollah im Libanon stammen sollte. Innerhalb Israels gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, wer US-Präsident Donald Trump letztlich zu einem Veto gegen die Operation bewegt hat. Einige vermuten, dass eigene Berater Trump beeinflusst haben, andere sehen eine Intervention des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als ausschlaggebend. Die Türkei lehnt jede Bewaffnung kurdischer Gruppierungen strikt ab, da sie diese als Bedrohung ihrer territorialen Integrität betrachtet.
Vance bestreitet Vorwürfe
Ein Sprecher von JD Vance, Luke Schroeder, wies die Anschuldigungen entschieden zurück: „Dieser Bericht ist kategorisch falsch.“ Die „Jerusalem Post“ hält jedoch an ihrer Recherche fest, die auf mehreren unabhängigen Quellen basiert.
Mossad: Modschtaba Chamenei bestimmt Irans Politik
Unterdessen geht der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad davon aus, dass die aktuelle iranische Politik maßgeblich von Modschtaba Chamenei, dem neuen geistigen Führer des Iran, bestimmt wird. Es herrsche weitgehend Einigkeit darüber, dass er die aktive Führungsrolle vollständig übernommen habe und nicht nur als Marionette der iranischen Revolutionsgarden agiere.
Verärgerung über Trumps Libanon-Intervention
In Israels Sicherheitskreisen herrscht zudem große Verärgerung über eine Intervention Trumps im Libanon Anfang der Woche. Hochrangige Vertreter seien der Ansicht gewesen, dass Israel, die USA und die libanesische Regierung kurz davor standen, die Hisbollah zu historischen Zugeständnissen zu bewegen. Doch Trump stoppte dies in letzter Sekunde. Der US-Präsident hatte Premierminister Benjamin Netanjahu in einem Telefonat wüst beschimpft, weil Israels Drohungen, Hisbollah-Ziele in Beirut anzugreifen, seine diplomatischen Bemühungen gegenüber dem Iran gefährdeten.
Neuer Mossad-Chef ernannt
Netanjahu ernannte diese Woche Roman Gofman zum neuen Leiter des Mossad. Anders als seine Vorgänger stammt Gofman nicht aus den Reihen des Geheimdienstes. Kritiker werfen ihm vor, er werde nicht wegen seiner Kompetenz, sondern aufgrund seiner Loyalität zu Netanjahu ernannt.



