Iran ehrt getöteten Chamenei: Trauerfeiern in fünf Städten geplant
Iran ehrt getöteten Chamenei: Trauerfeiern in fünf Städten

Der Iran veranstaltet ab Samstag sechstägige Trauerfeiern für den bei US-israelischen Angriffen getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei. Die Zeremonien finden in fünf Städten statt, darunter Teheran, Ghom, Nadschaf und Kerbela im Irak sowie Maschhad, wo Chamenei am 9. Juli beigesetzt wird. Allein in Teheran erwarten die Behörden zwischen 15 und 20 Millionen Menschen. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf rief zu einer regen Teilnahme auf, um den Tod Chameneis zu „rächen“: „Ich lade das gesamte iranische Volk ein (…), durch Eure Anwesenheit ein ruhmreiches Kapitel in der Geschichte des islamischen Iran zu schreiben.“

Symbolträchtige Stationen der Trauerprozession

Der Leichnam Chameneis wird zunächst in der Mosalla von Teheran aufgebahrt, einem weitläufigen Moschee-Komplex, der für große Freitagsgebete und nationale Zeremonien genutzt wird. Die öffentliche Ehrung unterstreicht Chameneis höchste religiöse Autorität und seine Rolle als Oberhaupt des politischen Islam. Anschließend führt der Trauerzug durch Ghom, ein Zentrum schiitischer Gelehrsamkeit, sowie durch die irakischen Städte Nadschaf und Kerbela, die zu den heiligsten Stätten des schiitischen Islam zählen. Die Beisetzung erfolgt in Maschhad, Chameneis Heimatstadt.

Sicherheitsvorkehrungen und politische Spannungen

Während der dreitägigen Gedenkveranstaltungen in Teheran wird die Hauptstadt vollständig geschlossen und arbeitsfrei sein. Der Luftraum über Teheran wird ab Freitag teilweise und am Montag vollständig gesperrt. Der Iran warnte die USA und Israel vor Angriffen während der Trauerfeiern. Kommandeur Ali Abdollahi erklärte: „Wir warnen die Feinde des Iran, insbesondere die USA und das zionistische Regime, vor jeglicher Fehleinschätzung.“ Ghalibaf betonte, der „Ruf der Nation nach Rache muss in den Ohren der ganzen Welt widerhallen“.

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Hintergrund: Krieg und brüchige Waffenruhe

Chamenei wurde am 28. Februar, dem ersten Tag des von den USA und Israel begonnenen Iran-Kriegs, getötet. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe; Washington und Teheran haben sich auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. Die indirekten Gespräche in Katar, vermittelt von Katar und Pakistan, zeigten nach Angaben des katarischen Außenministeriums „positive Fortschritte“. Die nächste Runde soll nach den Trauerfeierlichkeiten stattfinden. Unterdessen betonte Irans Militär erneut seine Kontrolle über die Straße von Hormus und drohte mit „unverzüglicher und entschlossener Reaktion“ bei Missachtung der festgelegten Route.

Weitere Entwicklungen in der Region

Die iranischen Revolutionsgarden töteten im Nordwesten des Landes fünf Mitglieder der verbotenen Demokratischen Partei des Iranischen Kurdistans (PDKI). In Israel wurde ein tadschikischer Staatsbürger unter Spionageverdacht festgenommen; er soll Einschlagsorte iranischer Raketen übermittelt und Informationen über die Azrieli-Türme in Tel Aviv sowie den Hafen von Haifa weitergegeben haben. Im Gazastreifen kamen bei neuen israelischen Angriffen mindestens drei Menschen ums Leben. Syriens Außenminister Asaad al-Schaibani erklärte bei einem Besuch im Libanon, Damaskus strebe keine militärische Einmischung im Libanon an.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Die Ölpreise fielen den dritten Tag in Folge auf das Niveau vor Kriegsbeginn, da die Straße von Hormus wieder geöffnet ist und Rohöl abtransportiert wird. Die Reederei CMA CGM rechnet mit einer Normalisierung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus in mehreren Monaten. Derzeit nehmen 40 Prozent ihrer Schiffe die längere Route um Afrika. Die Lufthansa-Gruppe und Condor erweitern ihre Flüge nach Tel Aviv; Austrian Airlines erhöht die Frequenz auf elf Flüge pro Woche, Eurowings plant ab Mitte Juli Verbindungen ab Düsseldorf und Hamburg.

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