Thomas Hitzlsperger: Infantino ist schamlos – WM-Kritik
Hitzlsperger: Infantino ist schamlos – WM-Kritik

Der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat in einem Interview mit dem Tagesspiegel deutliche Kritik an der FIFA und dem Zustand des Weltfußballs geübt. Der 44-Jährige, der selbst 52 Länderspiele bestritt, sprach über die fehlenden Konsequenzen im internationalen Fußball, die chaotische Ticketvergabe für Fans und die Kontroversen rund um das Pride-Game.

„Infantino ist frei von jeglicher Scham“

Hitzlsperger zeigte sich fassungslos über das Verhalten von FIFA-Präsident Gianni Infantino. „Er ist frei von jeglicher Scham“, sagte der frühere VfB-Stuttgart-Profi. „Es ist erschreckend, wie er ohne jedes Unrechtsbewusstsein agiert.“ Der Ex-Nationalspieler kritisierte, dass Infantino trotz zahlreicher Skandale und Kritik immer noch an der Spitze des Weltverbandes stehe. „Es gibt einfach keine Konsequenzen im Weltfußball. Das ist ein Systemversagen.“

Ticket-Wahnsinn für Fans

Ein weiteres großes Thema war die Ticketvergabe für die WM. Hitzlsperger bezeichnete die Situation als „Wahnsinn“ für die Fans. „Viele Anhänger haben überhaupt keine Chance, an faire Tickets zu kommen. Die Preise sind explodiert, und die Vergabepraxis ist intransparent.“ Er forderte mehr Fairness und Transparenz, damit die WM nicht zu einem reinen Event für Wohlhabende werde. „Fußball gehört den Fans, nicht nur den Sponsoren und Funktionären.“

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Das Pride-Game als Zankapfel

Hitzlsperger, der sich 2014 als homosexuell outete und damit einer der ersten prominenten Fußballer weltweit war, äußerte sich auch zum umstrittenen Pride-Game. Er erklärte, warum selbst dieses Spiel auf Gegner stößt. „Es ist traurig, dass ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt im Fußball immer noch auf Widerstand trifft. Das Pride-Game sollte ein Symbol sein, aber es zeigt auch, wie tief die Probleme sitzen.“ Er wünsche sich, dass der Fußball inklusiver werde, doch die Realität sehe anders aus.

Erinnerungen an die Heim-WM 2006

Auf die Frage nach dem größten Unterschied zwischen seiner aktiven Zeit und der heutigen WM antwortete Hitzlsperger: „Die Stimmung damals war unbeschreiblich. Die Heim-WM 2006 war das Highlight meiner Karriere. Heute fühlt sich vieles beschwerlicher an.“ Er betonte, dass die Euphorie von damals nicht planbar gewesen sei und dass er sich wünsche, dass der Fußball wieder mehr zu seinen Wurzeln zurückfinde.

Das Interview zeigt eindrücklich, wie sehr sich der Fußball in den letzten Jahren verändert hat – und dass selbst ehemalige Nationalspieler die Entwicklungen kritisch sehen.

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