US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bei seiner Rede zum Gedenken an den D-Day einen provokanten Vergleich zwischen der Landung der Alliierten im Jahr 1944 und der aktuellen Migration nach Europa gezogen. Bei einer Zeremonie auf dem US-Friedhof in Colleville-sur-Mer in der Normandie sprach er von einer „Invasion“ an den Küsten Europas.
Hegseth: „Gefährliche Ideologien“ an Stränden
Hegseth sagte, dass an den Stränden Spaniens, Italiens, Griechenlands und Bulgariens heute Menschen und Schiffe ankämen, die „gefährliche Ideologien“ mit sich brächten. Er fragte: „Wann werden die europäischen Hauptstädte etwas gegen diese Invasion unternehmen, oder ist es bereits zu spät?“ Die Verbündeten hätten noch Zeit, einzulenken, so der Minister weiter.
Scharfe Kritik aus den USA
Der Minderheitsführer der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, kritisierte die Äußerungen des Republikaners scharf. „Tausende amerikanische Helden kamen am D-Day ums Leben, um die Freiheit zu verteidigen und den Faschismus zu besiegen. Pete Hegseth sollte das Gedenken an sie ehren und respektieren“, schrieb Jeffries auf der Plattform X. Das Gedenken dürfe nicht politisch instrumentalisiert werden, mahnte er.
Historischer Hintergrund des D-Day
Der sogenannte D-Day am 6. Juni 1944 markierte den Auftakt der Befreiung Frankreichs und Westeuropas von der Nazi-Herrschaft. Zur Streitmacht der Alliierten gehörten damals vor allem US-Amerikaner, Briten, Kanadier, Polen und Franzosen. Hegseths Vergleich stieß daher auf breite Ablehnung, da er die historische Bedeutung des Tages verharmlose.
Trumps Regierung verschärft Ton
Die Regierung von Präsident Donald Trump hat ihre europäischen Verbündeten bereits wiederholt wegen angeblicher Gefahren durch eine „Invasion“ von Einwanderern kritisiert und wirft ihnen eine fehlgeleitete Migrationspolitik vor. Trumps Regierung brüstet sich in den USA mit einem sehr harten Vorgehen gegen Asylbewerber und Migranten ohne gültigen Aufenthaltstitel.
Zuletzt hatte Vizepräsident J.D. Vance in einem X-Post zu „gerechtem Zorn“ aufgerufen und den Mord an einem 18-Jährigen im südenglischen Southampton auf eine angebliche „Masseninvasion von Migranten“ zurückgeführt. Die britische Regierung rief in der Folge dazu auf, von „Spaltung, Hass oder Spannungen“ abzusehen.
Die Rede Hegseths reiht sich ein in eine Serie von provokativen Äußerungen aus dem Umfeld Trumps, die die transatlantischen Beziehungen belasten. Während Europa mit einer hohen Zahl von Migranten und Asylsuchenden konfrontiert ist, bleibt die Frage nach einer gemeinsamen Lösung angesichts solcher Rhetorik schwierig.



