Tausende demonstrieren bei Münchner Sicherheitskonferenz für Iran-Freiheit
München - Parallel zur weltweit bedeutenden Münchner Sicherheitskonferenz haben am Wochenende Tausende Menschen ihre Solidarität mit dem iranischen Volk bekundet. Die Großdemonstration unter dem Titel „Menschenrechte und Freiheit für Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk“ fand auf der Theresienwiese statt und zählte nach Polizeiangaben etwa 15.000 Teilnehmer zu Beginn der Versammlung um 12 Uhr.
Reza Pahlavi als zentrale Figur
Die Demonstranten unterstützten dabei ausdrücklich Reza Pahlavi, den Sohn des 1979 vertriebenen Schahs von Persien. Pahlavi, der eigens zur Sicherheitskonferenz nach München gereist war, erklärte vor Journalisten: „Heute stehen Tausende Menschen von München über Toronto bis Los Angeles im Rahmen meines Aufrufs zu einem globalen Aktionstag in Solidarität mit dem iranischen Volk.“ Er betonte, dass diese Aktion eine klare Botschaft an die Führer der westlichen Demokratien sende, sich endlich mit dem iranischen Volk zu solidarisieren.
Pahlavi sprach von einer „Stunde tiefer Gefahr“ und forderte die Weltgemeinschaft auf, sich zu entscheiden: Entweder solidarisiere man sich mit dem iranischen Volk oder lasse sich erneut von einer iranischen Führung beschwichtigen, die über 40.000 ihrer eigenen Bürger massakriert habe. Die genaue Zahl der Todesopfer bei der Niederschlagung der jüngsten Massenproteste im Iran ist offiziell nicht bekannt, doch Aktivisten gehen von mindestens 7.000 Opfern aus.
Iran als Testfall für globale Sicherheit
In seiner Rede stellte Reza Pahlavi die Bedeutung des iranischen Schicksals für die internationale Gemeinschaft heraus: „Das Schicksal des Iran ist nicht nur eine iranische Angelegenheit. Es ist ein entscheidender Test für die globale Sicherheit in unserer Zeit.“ Er verwies darauf, dass die Islamische Republik seit fast einem halben Jahrhundert als revolutionäres Unternehmen agiere, das Instabilität durch Stellvertreter exportiere, die Souveränität seiner Nachbarn untergrabe, Konflikte in verschiedenen Regionen schüre und seine nuklearen Ambitionen vorantreibe.
„Doch etwas Unumkehrbares hat sich verändert“, so Pahlavi weiter. „Der Kampf in meinem Land ist heute kein Kampf zwischen Reform und Revolution. Es ist ein Kampf zwischen Besatzung und Befreiung.“ Diese deutlichen Worte unterstreichen die Dringlichkeit, mit der die Demonstranten und ihre Unterstützer die internationale Gemeinschaft zum Handeln auffordern.
Bewusst gewählter Zeitpunkt
Die Veranstalter der Demonstration, der Verein The Munich Circle, hatten ursprünglich 100.000 Teilnehmer angemeldet, wie das Kreisverwaltungsreferat (KVR) mitteilte. Der Zeitpunkt der Versammlung während der Münchner Sicherheitskonferenz wurde bewusst gewählt, da zu diesem Treffen politische und sicherheitspolitische Entscheidungsträger aus aller Welt anreisen. Dies sollte die Reichweite und Wirkung der Proteste maximieren.
Für das gesamte Wochenende sind laut KVR mehr als 15 weitere Versammlungen im Zusammenhang mit der Sicherheitskonferenz angemeldet worden. Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt als das weltweit wichtigste Expertentreffen zur Sicherheitspolitik und erwartet in diesem Jahr mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sowie etwa 100 Außen- und Verteidigungsminister.
Die Demonstration in München ist somit Teil einer größeren globalen Bewegung, die auf die prekäre Menschenrechtssituation im Iran aufmerksam machen will und gleichzeitig die internationale Sicherheitspolitik herausfordert, klare Positionen zu beziehen.



