Eine strategische Wende in der europäischen Militärhilfe für die Ukraine zeichnet sich ab: Drohnen gewinnen rasant an Bedeutung. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat in einer aktuellen Analyse belegt, dass die finanzielle Unterstützung für unbemannte Flugsysteme bereits in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 die des gesamten Vorjahres übersteigt. Die bestätigte bilaterale Militärhilfe für Drohnen belief sich demnach auf rund 1,6 Milliarden Euro – im gesamten Vorjahr waren es 1,2 Milliarden Euro.
Deutlicher Anstieg der Drohnenhilfe seit Kriegsbeginn
Zum Vergleich: Im Jahr 2022, als Russland im Februar seine Invasion startete, lag die für Drohnen zugewiesene bestätigte bilaterale Militärhilfe noch bei 400 Millionen Euro. Die aktuellen Zahlen umfassen nur Mittel, die eindeutig europäischen Gebern zugeordnet werden konnten. Das Institut betont: „Das tatsächliche Volumen dürfte daher noch höher sein.“
Deutschland und Norwegen als Vorreiter
Im März und April dieses Jahres stellte Deutschland der Ukraine Militärhilfe in Höhe von 4,2 Milliarden Euro bereit, „vor allem für Luftabwehr und Drohnen“, so das Kieler Institut. Davon entfielen 500 Millionen Euro auf die Anschaffung von Drohnen – ebenso viel wie Norwegen bereitstellte. Die Niederlande trugen 250 Millionen Euro bei. Das Vereinigte Königreich lieferte mindestens 120.000 Drohnen, was als „die größte Drohnenzuweisung, die jemals im Rahmen einer einzelnen Zuweisung angekündigt wurde“, bezeichnet wird.
Hintergrund der Analyse
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft erfasst und quantifiziert seit Anfang 2022 die militärischen, finanziellen und humanitären Hilfen für die Ukraine. Insgesamt werden 41 Länder berücksichtigt. Die Daten stammen aus offiziellen Regierungsmitteilungen und Berichten internationaler Medien. Die Analyse zeigt deutlich, dass Drohnen in der modernen Kriegsführung eine immer zentralere Rolle spielen und die europäischen Verbündeten ihre Unterstützung entsprechend anpassen.



