EU will Preissprünge beim Tanken und Heizen verhindern
EU will Preissprünge beim Tanken und Heizen verhindern

EU plant Eingriff in Treibhausgashandel, um Preissprünge zu vermeiden

Die Europäische Union will verhindern, dass Verbraucher ab 2028 beim Tanken und Heizen mit plötzlichen Preissteigerungen konfrontiert werden. Dazu haben sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments darauf geeinigt, die sogenannte Marktstabilitätsreserve (MSR) für Emissionszertifikate länger als ursprünglich geplant beizubehalten. Bei starken Preissteigerungen sollen mehr Zertifikate aus dieser Reserve auf den Markt gebracht werden können. Dies teilten beide Seiten mit.

Hintergrund: Das EU-Treibhausgashandelssystem (ETS)

Das Emissions Trading System (ETS) ist ein zentrales Klimaschutzinstrument der EU, das bereits 2005 eingeführt wurde. Es soll vor allem in energieintensiven Sektoren Anreize schaffen, Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) zu reduzieren. Bislang gilt das System hauptsächlich für die Stromerzeugung und die Industrie. Ab 2028 werden jedoch auch Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas in das System einbezogen. Der Preis der Zertifikate wird dann indirekt die Kosten für diese Brennstoffe beeinflussen.

Mechanismus der Marktstabilitätsreserve

In der Marktstabilitätsreserve (MSR) werden nicht genutzte Zertifikate gehalten. Wenn zu viele Zertifikate im Markt sind, werden einige in die Reserve verschoben. Sind zu wenige Zertifikate vorhanden oder steigt der Preis stark, gibt die Reserve zusätzliche Zertifikate frei. Der Einigung zufolge sollen künftig mehr Zertifikate freigegeben werden, sobald der Preis über 45 Euro pro Tonne CO2 steigt. Ursprünglich war geplant, die Reserve nicht dauerhaft zu erhalten; Zertifikate sollten Ende 2030 verfallen. Nun soll die Reserve auch danach bestehen bleiben, um Preisschwankungen zu vermeiden.

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Auswirkungen auf Deutschland

In Deutschland gilt neben dem EU-System für Industrie und Strom bereits ein nationaler Emissionshandel für alle Gebäude und der Verkehr. Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese erklärte, der Start des europäischen Systems auch für Verkehr und Gebäude werde in Deutschland zunächst eine dämpfende Wirkung auf den CO2-Preis haben. Damit sollen Preissprünge für Verbraucher abgefedert werden.

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