Das umstrittene Käfigkampf-Drama auf dem Rasen des Weißen Hauses am kommenden Wochenende soll gleich zwei Anlässe feiern: Donald Trumps 80. Geburtstag und Amerikas 250. Jubiläum. Doch nun droht dem Spektakel ein jähes Ende. Eine Eilklage, eingereicht von zwei Parteien aus Virginia beim Bundesgericht in Washington, zielt darauf ab, den Kampf am 14. Juni auf dem South Lawn der Regierungszentrale zu verhindern.
Kern der Klage: Private Nutzung nationaler Symbole
Die Klage trifft den Nerv des Events. Es gehe nicht um Mixed Martial Arts, sondern um die kommerzielle Ausbeutung nationaler Symbole. „Das ist im Kern eine private, kommerzielle, korrupte Nutzung unserer heiligsten Nationaldenkmäler zum privaten Gewinn“, erklärt Anwalt Brendan Ballou. In der Beschwerde heißt es noch schärfer: Das Ereignis sei „zutiefst korrupt“. Trump gewähre seinem Freund Dana White und der UFC, was niemand zuvor hatte: freien Zugang zu Weißem Haus und Lincoln Memorial für ein privates Sportereignis.
Drei rechtliche Argumente
Juristisch stützt sich die Klage auf drei Säulen. Erstens verbiete das Regelwerk des National Park Service Sportveranstaltungen auf dem Südrasen des Weißen Hauses und am Lincoln Memorial. Zweitens sei die 28 Meter hohe und 600 Tonnen schwere Stahlkonstruktion „The Claw“, die das Kampf-Oktagon beherbergt, ohne ausdrückliche Genehmigung des Kongresses errichtet worden. Drittens fehle eine Umweltprüfung. Die Regierung berufe sich zwar auf eine Sonderregel für die Feierlichkeiten zum 250. Unabhängigkeitstag. Doch die Kläger entgegnen, dass die Veranstaltung nicht von Bundesbehörden geplant, organisiert und ausgeführt werde, sondern von der UFC und ihren Sponsoren.
Brisante finanzielle Aspekte
Die finanziellen Details der Klage sind brisant. Sie nennt VIP-Pakete von einer bis zu 1,5 Millionen Dollar pro Person. TKO, der Mutterkonzern der UFC, habe das Ereignis als „das größte Earned-Marketing-Werkzeug aller Zeiten“ bezeichnet. Der Medienriese Paramount+, der Trump-Freund David Ellison gehört, zeigt Teile der Prügel-Show hinter einer Bezahlschranke. Crypto.com verspricht eine Million Dollar Leistungsprämien. Sponsoren erhalten Bilder in unmittelbarer Nähe zur Präsidentenresidenz. Zusätzlich verweist die Klage auf Berichte, wonach Trump im Frühjahr bis zu 50.000 Dollar in TKO-Aktien gekauft habe. Ein persönlicher Profit ist damit nicht bewiesen, aber ein Interessenkonflikt liegt nahe.
Reaktionen und Ausblick
Das Weiße Haus weist alle Vorwürfe zurück. Die Klage sei ein „obstruktionistischer, grundloser und verzögernder“ Versuch, Trump das Ereignis zu nehmen; sie unterscheide sich nicht von anderen Veranstaltungen auf dem South Lawn, der Ellipse und der National Mall. Die UFC schwieg zunächst. Die Bauarbeiten laufen weiter. Geplant ist eine Arena für gut 5000 Gäste, 85.000 Menschen sollen das Spektakel auf Großbildleinwänden verfolgen können.
Ob das Käfig-Drama ausfällt, ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. Die Kläger beantragen eine einstweilige Verfügung; der Richter müsste innerhalb weniger Tage stoppen, was fast fertig ist. Die Hürden sind hoch: Klagebefugnis, Eilbedürftigkeit, öffentliches Interesse. Politisch aber, so demokratische Regierungskritiker in Washington, habe die Klage ihr Ziel bereits erreicht: „Sie macht aus Trumps Muskelshow eine Korruptionsgeschichte. Der Präsident wollte Macho-Glanz. Jetzt kämpft er vor dem ersten Gong gegen den Verdacht, die Staatskulisse an Freunde und Sponsoren verhökert zu haben.“



