Ukrainische Drohnen treffen St. Petersburg vor Putins Wirtschaftsforum
Drohnenangriff auf St. Petersburg vor Putin-Forum

Kurz vor dem Beginn des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg haben ukrainische Drohnen die Millionenmetropole getroffen. Die Behörden warnten die Bevölkerung per SMS vor der Gefahr und möglichen Störungen des mobilen Internets. In sozialen Netzwerken waren Aufnahmen von schwarzen Rauchwolken zu sehen.

Verletzte und Schäden

Gouverneur Alexander Beglow bestätigte Verletzte und Schäden an mehreren Objekten. Die Einsatzkräfte seien in erhöhter Bereitschaft. Ein Video des ukrainischen Verteidigungsministeriums zeigt Angriffe auf ein Ölterminal in St. Petersburg, rund 1000 Kilometer von der Grenze entfernt, sowie auf eine Fabrik in der Oblast Tambow, die Raketenteile herstellt. In Mitschurinsk wurden Nebengebäude, ein Wohnhaus und eine Bibliothek beschädigt, jedoch gab es dort keine Verletzten.

Selenskyj: „Gute Ergebnisse“

Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte die Fernangriffe des Sicherheitsdienstes, der Streitkräfte für unbemannte Systeme und anderer Einheiten. Die Ukraine habe ihre Langstreckenangriffe auf Ölproduktionsstätten und Waffenfabriken ausgeweitet, um die russischen Kriegsfähigkeiten zu schwächen. Experten zufolge ist Russland zu groß, um alle Angriffe abzuwehren, was auch die Zivilbevölkerung spürt.

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Russland meldet 354 abgeschossene Drohnen

Das russische Verteidigungsministerium gab an, 354 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben, darunter auch bei Moskau und St. Petersburg. Diese Angaben sind unabhängig nicht überprüfbar. In Kronstadt, dem Marinestützpunkt, gab es Drohnenalarm. Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, berichtete von einem erfolgreichen Angriff auf eine vor Anker liegende Korvette.

Putin als Gastgeber

Das Wirtschaftsforum, das bis Samstag dauert, wird von Kremlchef Wladimir Putin in seiner Heimatstadt ausgerichtet. Erwartet werden Unternehmer aus westlichen Staaten, darunter aus Deutschland. Der Globus-Gesellschafter Thomas Bruch und der Milchproduzent Stefan Dürr nehmen teil. Auch AfD-Politiker wie Markus Frohnmaier, Jörg Urban, Steffen Kotré und Petr Bystron reisen an. Sie treffen auf russische Milliardäre und ehemalige Geheimdienstoffiziere. Themen sind unter anderem OPEC+ und der Einsatz von KI in Informationskriegen.

Kritik kommt von Politikwissenschaftler Nico Lange von der Münchner Sicherheitskonferenz: „Was Putin in St. Petersburg als ‚Wirtschaftsforum‘ verkauft, ist eine Operation offener und verdeckter Korruption, Pflege gut geschmierter Netzwerke für politische Einflussnahme und banale Propaganda.“

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