Count Binface, der bekannte Spaßpolitiker mit einem Mülleimer als Gesicht, hat angekündigt, bei der Nachwahl im südostenglischen Wahlkreis Clacton gegen Nigel Farage anzutreten. Farage, Chef der rechten Partei Reform UK, hatte am Dienstag die Niederlegung seines Mandats im britischen Unterhaus bekanntgegeben. Grund dafür sind Enthüllungen der „Sunday Times“, wonach Farage vor seiner Wahl Vorteile eines wegen Betrugs verurteilten Kryptounternehmers angenommen hatte.
Hintergrund der Affäre um Nigel Farage
Laut Berichten stellte George Cottrell, ein verurteilter Betrüger, Farage Unterkünfte, Sicherheitspersonal und Social-Media-Mitarbeiter zur Verfügung. Dies verschwieg Farage dem Parlament. Bereits zuvor lief eine Untersuchung des Ethikbeauftragten des Unterhauses wegen der Annahme einer Millionenspende von einem anderen Unternehmer. Farage betont, nichts Falsches getan zu haben, und kündigte an, in seinem Wahlkreis erneut zu kandidieren. „Die Einwohner von Clacton sollten über mein Handeln urteilen“, sagte er und sieht sich im Vorteil, da Clacton für Reform UK als sichere Bank gilt.
Count Binface als einziger Gegenkandidat
Alle anderen Parteien – Konservative, Grüne, Labour und sogar die Reform-UK-Abspaltung Restore Britain – haben angekündigt, keinen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Außenministerin Yvette Cooper (Labour) sagte der BBC: „Niemand wird sich auf diesen politischen Trick von Nigel Farage einlassen, denn er will sich einfach nur den Regeln entziehen, die für alle gelten.“ In dieses Vakuum stößt Count Binface, hinter dessen Maskerade der Komiker Jonathan David Harvey steckt. Er erklärte seine Kandidatur für Clacton und forderte die anderen Parteien auf X auf, ihn als „Einheitskandidaten“ zu unterstützen: „Überlasst ihn mir.“
Chancen des Spaßpolitikers
Ob Count Binface Farage entscheidende Stimmen abnehmen kann, ist fraglich. Bei der Unterhauswahl 2024 stimmten nur 308 Menschen für ihn. Dennoch bleibt der Graf selbstbewusst. Auf die Frage der BBC, womit er die Wähler überzeugen wolle, antwortete er schlicht: „Nun, ich bin nicht Nigel Farage.“ Die Nachwahl in Clacton wird damit zu einem ungewöhnlichen Duell zwischen einem etablierten, aber umstrittenen Politiker und einem Mülltonnen-Komiker.



