Bundestag verlängert Bundeswehreinsätze in Bosnien und Kosovo
Bundestag verlängert Einsätze in Bosnien und Kosovo

Der Bundestag hat am Donnerstagabend die Verlängerung der Bundeswehreinsätze in Bosnien und Herzegowina sowie im Kosovo beschlossen. Deutsche Soldaten bleiben damit für ein weiteres Jahr im Auslandseinsatz, um zur Stabilisierung der Region beizutragen. Insgesamt sind rund 450 Einsatzkräfte vorgesehen.

Eufor Althea: Friedenssicherung in Bosnien

Die EU-Mission Eufor Althea wird fortgesetzt. Bis zu 50 deutsche Soldatinnen und Soldaten sollen die Einhaltung des Dayton-Friedensabkommens überwachen, das 1995 den Bosnienkrieg beendete. Derzeit sind 36 Bundeswehrangehörige im Einsatz. Das Mandat gilt bis zum 30. Juni 2027. Konkrete Stationierungsorte in Bosnien oder Herzegowina sind nicht festgelegt.

Eufor Althea ist seit 2004 die militärische EU-Operation in Bosnien und Herzegowina. Sie basiert auf dem Dayton-Abkommen und soll den Friedensprozess sichern. Die Sicherheitslage wird weiterhin als „volatil“ eingeschätzt. Die Truppe unterhält Verbindungsbüros, die als Frühwarnsystem bei neuen Spannungen dienen. Bosnien-Herzegowina besteht seit Kriegsende aus zwei Landesteilen: der Föderation Bosnien und Herzegowina (FBiH), mehrheitlich von Bosniaken und Kroaten bewohnt, und der Republika Srpska (RS), in der hauptsächlich ethnische Serben leben. Beide Einheiten sind in vielen Bereichen weitgehend autonom, außer in Außen-, Währungs-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.

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KFOR im Kosovo: Signal an Moskau

Der Bundestag erneuerte auch das Mandat für die NATO-Mission KFOR im Kosovo. Mit 27 Jahren ist dies der längste Auslandseinsatz der Bundeswehr. Die Personalobergrenze bleibt bei 400 deutschen Einsatzkräften. Sie sollen die Stabilität sichern, da es immer wieder zu Spannungen zwischen der albanischen und serbischen Bevölkerung kommt.

In den vergangenen Jahren wurde die deutsche Beteiligung personell aufgestockt. 2024 entsandte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) 160 zusätzliche Soldaten. Dies war ein klares Signal an Russland. Pistorius betonte, man wolle nicht tatenlos zusehen, wie sich die Lage verschlechtere. Russland habe starke Interessen auf dem Westbalkan, daher seien deutliche Signale nach Moskau wichtig.

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