BSW fühlt sich von ARD und ZDF benachteiligt: Wagenknecht erhebt Vorwurf
BSW fühlt sich von ARD und ZDF benachteiligt

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF scharf kritisiert. In einem Schreiben an die Redaktionen werfen die Parteivorsitzenden Sahra Wagenknecht und Amira Mohamed Ali den Sendern vor, das BSW nicht ausreichend in politischen Talkshows zu berücksichtigen. Dies sei ein „krasser Verstoß gegen den Auftrag“ der Sender, so Wagenknecht.

BSW beklagt mangelnde Präsenz in Talkshows

Das BSW stützt seine Vorwürfe auf eine eigene Auswertung der Formate „Markus Lanz“, „Maybrit Illner“, „Maischberger“, „Caren Miosga“ und „Hart aber fair“. Demnach kamen seit Jahresbeginn Vertreter von CDU und CSU 76-mal in diesen Sendungen zu Wort, SPD-Politiker 46-mal. Die Grünen verzeichneten 20 Auftritte, die FDP 7, AfD und Linke jeweils 8. Das BSW selbst sei lediglich einmal vertreten gewesen. Eine Auswertung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kommt zu ähnlichen Ergebnissen, wobei es je nach Zählweise leichte Abweichungen geben kann.

Wagenknecht und Mohamed Ali betonen, dass das BSW in das Europaparlament sowie drei Landesparlamente eingezogen sei und sich an einer Landesregierung beteilige. „Das BSW repräsentiert damit Millionen Wählerinnen und Wähler“, heißt es in dem Schreiben. Die aktuellen Wahlergebnisse der Bundestagswahl würden bei der Einladungspraxis nicht ausreichend berücksichtigt. Die Partei fühle sich benachteiligt und fordere eine stärkere Berücksichtigung von BSW-Vertretern in den Talkshows.

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ARD und ZDF weisen Kritik zurück

Die ARD wies die Argumentation des BSW entschieden zurück. „Talkshows sind keine Ersatzparlamente“, teilte der Senderverbund mit. Außerhalb von Wahlkampfzeiten sei die Parteizugehörigkeit nur eines von mehreren Kriterien für die Auswahl von Gästen. Ausschlaggebend sei vielmehr, ob Parteienvertreter etwas Relevantes zum jeweiligen Thema der Sendung beitragen könnten. Auch das ZDF betonte, dass die Redaktionen von „Maybrit Illner“ und „Markus Lanz“ nach journalistischen Kriterien über die Auswahl ihrer Gäste entscheiden würden. „Ausschlaggebend sind dabei die Themen der jeweiligen Sendung sowie die Frage, welche Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner dazu relevante Perspektiven und besondere Expertise einbringen können oder politische Verantwortung tragen.“

Wagenknecht spricht von „Affront“

Sahra Wagenknecht zeigte sich empört über die Einladungspraxis. Sie sprach von einem „Affront gegenüber unseren 2,5 Millionen Wählern“. Das Vorgehen der Sender sei zudem ein „krasser Verstoß gegen den Auftrag, den die Sender haben“. Die Partei werde nicht angemessen repräsentiert, obwohl sie bei den letzten Wahlen beachtliche Erfolge erzielt habe. Die öffentlich-rechtlichen Sender müssten ihrer Verantwortung gerecht werden und alle relevanten politischen Kräfte angemessen berücksichtigen.

Die Debatte um die Einladungspraxis in Talkshows ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit hatten kleinere Parteien wie die Freien Wähler oder die Piratenpartei ähnliche Vorwürfe erhoben. Die öffentlich-rechtlichen Sender verteidigen ihre Auswahl stets mit dem Hinweis auf die redaktionelle Freiheit und die themenbezogene Relevanz der Gäste. Ob das BSW mit seiner Forderung Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten.

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