Bärbel Bas: „Ich bin ein personifiziertes Feindbild geworden“
Die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas hat in einem Interview offen über die zunehmenden Anfeindungen und Drohungen gesprochen, denen sie als Politikerin ausgesetzt ist. „Ich bin ein personifiziertes Feindbild geworden“, klagte die 55-Jährige. Sie sehe sich immer häufiger mit Hass und Hetze konfrontiert, sowohl in sozialen Netzwerken als auch im persönlichen Umfeld.
Bas betonte, dass die Angriffe nicht nur gegen ihre Person, sondern auch gegen ihre Familie gerichtet seien. „Meine Kinder sind betroffen, meine Enkelkinder. Das ist eine Entwicklung, die mich sehr beunruhigt“, sagte sie. Sie forderte mehr Respekt und eine sachlichere Debattenkultur in der Politik.
Anfeindungen nehmen zu
Die SPD-Chefin berichtete von konkreten Vorfällen, bei denen sie beleidigt und bedroht wurde. „Es gibt Menschen, die mir den Tod wünschen. Das ist nicht nur erschreckend, sondern auch gefährlich“, erklärte sie. Bas verwies auf die steigende Zahl von Übergriffen auf Politiker und Kommunalvertreter in ganz Deutschland.
Sie appellierte an die Gesellschaft, sich gegen Hass und Gewalt zu stellen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Demokratie durch solche Angriffe geschwächt wird“, mahnte die SPD-Vorsitzende. Sie rief dazu auf, Zivilcourage zu zeigen und sich für ein respektvolles Miteinander einzusetzen.
Ursachen der Feindbilder
Als Gründe für die zunehmenden Feindbilder nannte Bas die Polarisierung der Gesellschaft und die Verrohung der Sprache. „Die sozialen Medien tragen dazu bei, dass Hass schnell verbreitet wird“, kritisierte sie. Sie forderte strengere Regeln für Online-Plattformen, um Hetze und Beleidigungen zu unterbinden.
Bas betonte jedoch auch die Verantwortung der Politik selbst. „Wir müssen wieder mehr zuhören und auf die Sorgen der Menschen eingehen“, sagte sie. Nur so könne das Vertrauen in die Demokratie gestärkt werden.
Die SPD-Chefin zeigte sich dennoch kämpferisch: „Ich werde mich nicht einschüchtern lassen. Wir müssen weiter für unsere Überzeugungen einstehen.“ Sie hoffe, dass die Gesellschaft zur Besinnung komme und die politische Kultur wieder menschlicher werde.



