Armenien löst sich von Russland: Paschinjan im Wahlkampf
Armenien: Paschinjan kämpft um Unabhängigkeit von Russland

Jahrzehntelang galt Armenien als treuer Verbündeter Moskaus. Nun beginnt Premier Nikol Paschinjan, das Land aus dem Klammergriff Russlands zu befreien. Während er um seine Wiederwahl kämpft, droht der Kreml unverhohlen. Doch Paschinjan hat einen mächtigen Fürsprecher.

Die „zivilisierte Scheidung“ von Russland

Der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan verfolgt einen Kurs der Loslösung von Russland, den er selbst als „zivilisierte Scheidung“ bezeichnet. Dieser Prozess ist jedoch alles andere als konfliktfrei. Moskau sieht seine traditionelle Einflusssphäre im Kaukasus bedroht und reagiert mit Drohungen und politischem Druck. Paschinjan hingegen setzt auf eine Westorientierung und sucht neue Allianzen, insbesondere mit der Europäischen Union und den USA.

Wahlkampf unter russischem Druck

Im Vorfeld der anstehenden Wahlen in Armenien verschärft sich die Rhetorik aus dem Kreml. Russische Staatsmedien porträtieren Paschinjan als destabilisierenden Faktor, der die Sicherheit der Region gefährde. Gleichzeitig versucht Moskau, wirtschaftlichen Druck auszuüben, indem es Energiepreise anhebt und Handelsbeziehungen einschränkt. Trotz dieser Widrigkeiten kann Paschinjan auf Unterstützung aus dem Westen zählen. Die EU signalisiert Bereitschaft, Armenien wirtschaftlich und politisch zu unterstützen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ein mächtiger Fürsprecher im Westen

Paschinjan hat einen prominenten Verbündeten gefunden: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Macron setzt sich für eine stärkere Anbindung Armeniens an Europa ein und vermittelt im Konflikt mit Aserbaidschan um Bergkarabach. Diese Unterstützung gibt Paschinjan Rückhalt, um seinen Reformkurs fortzusetzen. Allerdings bleibt die Lage fragil, denn Russland verfügt noch immer über erheblichen Einfluss in der Region, unter anderem durch Militärstützpunkte und wirtschaftliche Abhängigkeiten.

Die Zukunft der armenisch-russischen Beziehungen

Die Entwicklung in Armenien ist ein Testfall für die Durchsetzungsfähigkeit russischer Macht im postsowjetischen Raum. Sollte Paschinjan die Wahl gewinnen und seinen Kurs fortsetzen, könnte dies andere ehemalige Sowjetrepubliken ermutigen, ebenfalls nach mehr Unabhängigkeit von Moskau zu streben. Der Kreml wird daher alles daransetzen, eine Abkehr Armeniens zu verhindern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Paschinjans „zivilisierte Scheidung“ gelingt oder ob Russland seine Dominanz im Kaukasus behaupten kann.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration