Sylter Reederei sagt AfD-Veranstaltung auf Raddampfer ab
Die Sylter Reederei Adler Schiffe hat einen geplanten Bürgerdialog der AfD-Bundestagsfraktion auf einem historischen Raddampfer in Kiel abgesagt. Das Unternehmen teilte mit: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen wird die geplante Fahrt mit der ‚Freya‘ am 13.06.2026, wie bereits angekündigt, nicht stattfinden.“ Konkrete Gründe für die Absage wurden nicht genannt.
Reederei verteidigt ursprüngliche Buchung
Die Reederei betonte, dass sie ihre Schiffe seit mehr als 75 Jahren ausschließlich nach geschäftlichen Kriterien vermiete. Eine politische, religiöse oder weltanschauliche Positionierung werde nicht vorgenommen. Auf der Homepage wird die „Freya“ als „115 Jahre alter stilvoller Raddampfer“ beschrieben, der „in die Zeit des Jugendstils“ zurückversetze.
Widerstand in der Gemeinde Sylt
Zuvor hatte es in der Sylter Gemeinde Widerstand gegen die geplante Veranstaltung gegeben. Nach Angaben des „Flensburger Tagesblatts“ beschloss der Hauptausschuss der Gemeinde am Dienstagabend einstimmig, den Reeder zu bewegen, die Vermietung zu verhindern. Ein Gemeindesprecher erklärte, die Bürgermeisterin sei beauftragt worden, ein Gespräch mit dem Inhaber der Reederei zu führen.
AfD kritisiert Entscheidung
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Kurt Kleinschmidt bezeichnete den Druck auf die Reederei als „in höchstem Maße undemokratisch“. Die Einflussnahme komme einem Boykottaufruf gleich, sagte er der Zeitung. Die AfD-Bundestagsfraktion reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.
Hintergrund zur Reederei
Das 1950 gegründete Unternehmen Adler-Schiffe mit Sitz auf Sylt verfügt über eine Flotte von 26 Fahrgastschiffen. Diese fahren an Nord- und Ostseeküste sowie auf Elbe, Eider und Nord-Ostsee-Kanal.



