Stichwahl um Landratsposten in Ostprignitz-Ruppin: Reinhardt vs. Arndt
Stichwahl in Ostprignitz-Ruppin: Reinhardt gegen Arndt

In Ostprignitz-Ruppin findet am 28. Juni die Stichwahl um das Landratsamt statt. Im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag konnte keiner der vier Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen setzte sich der amtierende Landrat Ralf Reinhardt von der SPD mit 34,7 Prozent der Stimmen knapp vor dem AfD-Bewerber Torsten Arndt durch, der auf 30,3 Prozent kam. Die weiteren Kandidaten, der parteilose Thomas Kresse (unterstützt von CDU, Linke und Pro Ruppin) sowie Ronald Mundt von der Freien Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin, erzielten 23,9 bzw. 11,1 Prozent und verpassten den Einzug in die Stichwahl deutlich.

Erfahrung gegen rechtsextreme Herausforderung

Ralf Reinhardt, der bereits seit 16 Jahren Landrat ist, strebt eine dritte Amtszeit an. Er wird von den Grünen unterstützt. Sein Kontrahent Torsten Arndt, Landtagsabgeordneter der AfD, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, tritt mit einem Direktmandat aus dem Brandenburger Landtag an. Im Kreistag Ostprignitz-Ruppin ist die AfD die stärkste Fraktion: Bei der Kommunalwahl 2024 erreichte sie 26,1 Prozent der Stimmen und verdoppelte damit ihr Ergebnis. Die CDU folgte mit 22,2 Prozent, die SPD mit 14,5 Prozent.

Wahlkampfthemen: Verkehr, Gesundheit und Migration

Im Wahlkampf standen vor allem die Verkehrsanbindung des nördlichen Landkreises und die medizinische Versorgung im Fokus. Das Krankenhaus in Wittstock/Dosse wird Ende des Jahres geschlossen, die neue Poliklinik soll jedoch erst ab 2030 in Betrieb gehen. Auch das Thema Migration spielte eine wichtige Rolle. Ein Untersuchungsausschuss des Landtags, der auf Initiative der AfD-Fraktion eingesetzt wurde, prüft seit Ende Mai die Kostenerstattung für die Flüchtlingsunterbringung im Landkreis seit 2014. Dabei geht es um die Frage, ob öffentliche Mittel korrekt verwendet wurden.

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Rund 83.000 Bürgerinnen und Bürger sind in und um Neuruppin wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 50,4 Prozent. Die Wahl in Ostprignitz-Ruppin ist die letzte von sechs Landratswahlen in diesem Jahr in Brandenburg. In den vorherigen Wahlen in Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße, der Uckermark und im Kreis Barnim gelang der AfD jeweils der Einzug in die Stichwahl. Bislang konnte die rechtsextreme Partei jedoch noch nie einen Landkreis in Brandenburg gewinnen.

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