Der Kölner Dom, eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands, wird ab dem 1. Juli kostenpflichtig. Wie das Domkapitel mitteilte, müssen Besucher dann zwölf Euro Eintritt zahlen. Die Entscheidung hat eine intensive Diskussion in der Öffentlichkeit ausgelöst.
Gründe für die Eintrittsgebühr
Die Kirchenverantwortlichen begründen den Schritt mit den gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms. Seit 2019 habe man sechs Jahre in Folge Verluste gemacht, die zunächst aus Rücklagen gedeckt werden konnten. „Die Reserven des Kölner Doms sind auf absehbare Zeit aufgebraucht“, erklärte Domrendant Clemens van de Ven, der Leiter der Finanz-, Vermögens- und Personalverwaltung des Doms. Um die langfristige Erhaltung des Bauwerks zu sichern, sei die Einführung einer Eintrittsgebühr unumgänglich.
Ausnahmen und Ermäßigungen
Für bestimmte Personengruppen bleibt der Dom jedoch kostenfrei zugänglich. Dazu gehören Gottesdienstbesucher sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins. Auch Kinder bis einschließlich 13 Jahren, Menschen mit Schwerbehinderung inklusive Begleitung und Personen, die Opferlichter entzünden oder still beten möchten, müssen kein Eintrittsgeld entrichten. Eine ermäßigte Gebühr von sechs Euro gilt für Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende und Studierende. Zudem wird der Dom an ausgewählten Tagen für alle kostenlos sein: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauf folgenden Sonntag, am 1. Mai (Tag der Arbeit) und am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie während der Dreikönigswallfahrt.
Zugangsregelung
Der Zugang erfolgt über verschiedene Eingänge. Der Nordeingang vom Hauptbahnhof aus bleibt für das stille Gebet kostenfrei nutzbar. Über den westlichen Haupteingang ist der Eintritt nur mit einem gültigen Ticket möglich. Das Domkapitel betonte, dass nicht kontrolliert werde, ob diejenigen, die den Nordeingang nutzen, tatsächlich beten wollen. Touristen machen laut Dompropst Guido Assmann rund 99 Prozent der Besucher aus.
Reaktionen und Debatte
Die Ankündigung hat in Köln eine hitzige Debatte entfacht. Befürworter der Gebühr verweisen auf andere bedeutende Kathedralen wie den Mailänder Dom oder die St.-Pauls-Kathedrale in London, die ebenfalls Eintritt verlangen. Gegner befürchten hingegen, dass der Dom seine Rolle als offenes Herz der Stadt verlieren könnte, wenn der Besuch nicht mehr kostenfrei ist. Bislang war der große Innenraum des Doms stets gratis zugänglich; Eintritt wurde nur für die Schatzkammer und den Aufstieg zur Aussichtsplattform erhoben.
Die Entscheidung des Domkapitels zeigt, dass selbst traditionsreiche Gotteshäuser vor finanziellen Herausforderungen nicht gefeit sind. Ob die Eintrittsgebühr langfristig Akzeptanz findet, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.



