Höcke sorgt mit kruder These für Empörung
Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke hat mit einer provokativen Aussage für Aufsehen gesorgt. In einem Podcast des Schweizer „Weltwoche“-Herausgebers Roger Köppel teilte Höcke die Deutschen in zwei Kategorien ein: „echte Deutsche“ im Osten und „deutsch sprechende Amerikaner“ im Westen. Die Äußerungen stoßen selbst innerhalb seiner eigenen Partei auf Ablehnung.
„Im Osten wohnen deutsch sprechende Deutsche“
Wörtlich sagte Höcke: „Im Westen der Republik gibt es deutsch sprechende Amerikaner, im Osten der Republik wohnen deutsch sprechende Deutsche. Im Osten sind die Menschen noch Deutsche.“ Der gebürtige Westdeutsche aus Lünen in Nordrhein-Westfalen erklärte, die Westdeutschen hätten sich nach dem Zweiten Weltkrieg von der US-amerikanischen Kultur „usurpieren“ lassen und lediglich eine „Ersatzidentität“ angenommen. Gleichzeitig betonte er, kein „Anti-Amerikaner“ zu sein.
AfD-Spitze reagiert verärgert
Die bundespolitische Führung der AfD zeigte sich irritiert. Parteichef Tino Chrupalla witzelte: „Wahrscheinlich meint er sich ja selbst damit.“ Co-Chefin Alice Weidel verwies darauf, dass Höcke selbst Westdeutscher sei. Bernd Baumann, parlamentarischer Geschäftsführer, sprach von einer Zuspitzung. Beatrix von Storch betonte, die Partei strebe die deutsche Einheit an und wolle nicht spalten. Stefan Keuter, Co-Fraktionsvize, sagte: „Ich teile diese Auffassung nicht. Das ist die Auffassung von Herrn Höcke.“ Ein hochrangiger Fraktionsvertreter bezeichnete die Aussagen als „hochgradig dämlich“.
Verschwörungserzählungen und „Ende Deutschlands“
Höcke verbreitete in dem Podcast zudem antisemitische Verschwörungstheorien. Er sprach vom „Ende Deutschlands“, das von geheimnisvollen Eliten durch Zuwanderung vorangetrieben werde. Die deutschen Regierungen seien von den USA fremdgesteuert, und die „deutsche Elite“ würde das Land hassen. Diese Aussagen reihen sich in Höckes wiederholte radikale Positionen ein.
Hintergrund: Höcke und die AfD im Osten
Höcke, der als Rechtsaußen in der AfD gilt, hatte erst kürzlich in einem vierstündigen Podcast für Schlagzeilen gesorgt. Die AfD wird in Thüringen und Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. In Sachsen-Anhalt, wo am 6. September ein neuer Landtag gewählt wird, liegt die AfD in Umfragen vorn – zuletzt bei 42 Prozent. Höcke forderte eine absolute Mehrheit für die AfD, um Regierungsverantwortung zu übernehmen.



