Greenpeace klebt Tempo-100-Schilder auf Autobahnen
Greenpeace klebt Tempo-100-Schilder auf Autobahnen

Greenpeace-Aktivisten haben am frühen Morgen des 8. Juni 2026 an mehreren Autobahnabschnitten Tempo-100-Schilder angebracht, um ihrer Forderung nach einem generellen Tempolimit auf deutschen Autobahnen Nachdruck zu verleihen. Die Aktion richtet sich gegen die Bundesregierung, die aus Sicht der Umweltschutzorganisation eine kostengünstige und effektive Maßnahme zum Klimaschutz blockiert.

Klebaktion an 26 Autobahn-Grenzübergängen

Die Aktivisten kletterten unter anderem an der Autobahn 4 bei Aachen zu einem Verkehrsschild und überklebten die bisherige Zahl 130 mit einem Aufkleber, der Tempo 100 anzeigt. Laut Greenpeace geschah dies an insgesamt 26 Autobahn-Grenzübergängen in ganz Deutschland. Die Aktion solle ein Zeichen setzen, um endlich unabhängiger vom Öl zu werden und die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.

Kritik an der Bundesregierung

Greenpeace-Mobilitätsexpertin Marissa Reiserer kritisierte die Bundesregierung scharf: „Die Bundesregierung blockiert eine kostenlose supereffektive Maßnahme, um Sprit zu sparen, das Klima zu schützen und die Straßen sicherer zu machen. Daher haben Aktivistinnen das selbst in die Hand genommen und Tempo 100 eingeführt.“ Sie betonte, dass die Regierung mit fossilen Scheinlösungen wie dem Tankrabatt das Problem vertage, anstatt es anzugehen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Verkehr lief normal weiter

Während der Aktion am Aachener Grenzübergang Ventschau lief der Verkehr in den Morgenstunden normal weiter, wie ein dpa-Reporter berichtete. Autofahrer aus den Niederlanden sahen auf dem großen Schild mit den generellen Tempolimits in Deutschland eine Veränderung: In der dritten Spalte prangte nun nicht mehr die blaue unverbindliche Empfehlung zu Tempo 130, sondern die Zahl 100, die verbindlich wirkte. Allerdings war die Zahl größer als die anderen und mit dem Greenpeace-Logo versehen, sodass aufmerksame Fahrer die Aktion erkennen konnten.

Rechtliche Konsequenzen

Ein Sprecher der Bundespolizei Aachen erklärte, man werde die Verkehrswacht mit der Entfernung des Aufklebers beauftragen. Das Überkleben von Verkehrsschildern stelle eine Sachbeschädigung dar, für deren Ahndung jedoch die Landespolizei zuständig sei. Greenpeace nimmt damit bewusst rechtliche Risiken in Kauf, um auf die Dringlichkeit eines Tempolimits aufmerksam zu machen.

Hintergrund: Tempolimit-Debatte in Deutschland

In Deutschland gibt es auf Autobahnen kein generelles Tempolimit, jedoch gelten auf vielen Abschnitten unterschiedliche Höchstgeschwindigkeiten. Ein Tempolimit von 100 km/h könnte den Spritverbrauch senken und damit auch die Preise dämpfen. Die meisten Autofahrer fahren selten schneller als 130 km/h, doch es gibt Ausreißer, wie ein Ranking der deutschen Raserstrecken zeigt. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, endlich zu handeln und das Tempolimit einzuführen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration