In einem internen Brief schlägt das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) eine „kontroverse Debatte“ über eine Expertenregierung „unter Einbindung der AfD“ vor. Dies markiert einen riskanten Strategiewechsel und eine Annäherung an die rechtspopulistische Partei.
Hintergrund des Briefes
Der Brief, der dem Tagesspiegel vorliegt, stammt von der BSW-Bundesgeschäftsstelle und richtet sich an die Landesverbände. Darin wird eine „kontroverse Debatte“ über die künftige politische Ausrichtung angestoßen. Konkret wird eine Expertenregierung vorgeschlagen, die auch die AfD einbeziehen soll. Dies wäre ein Bruch mit der bisherigen Abgrenzungspolitik der Wagenknecht-Partei.
Reaktionen aus der Politik
Politische Beobachter werten den Vorstoß als Versuch, das BSW aus der Krise zu führen. Die Partei hat in Umfragen zuletzt an Zustimmung verloren. „Die Lage ist miserabel“, zitiert der Tagesspiegel einen nicht namentlich genannten BSW-Funktionär. Die Annäherung an die AfD könnte jedoch das Profil des BSW verwässern und Wähler abschrecken.
Risiken des Strategiewechsels
Der Schritt birgt erhebliche Risiken. Bislang hatte sich das BSW klar von der AfD abgegrenzt. Eine Zusammenarbeit könnte die Glaubwürdigkeit der Partei untergraben und zu innerparteilichen Konflikten führen. Zudem ist fraglich, ob die AfD überhaupt an einer Expertenregierung interessiert ist. Experten sehen darin einen Versuch, die politische Mitte zu verlassen und neue Wählerschichten zu erschließen.
Fazit
Das BSW steht vor einer Richtungsentscheidung. Der Vorstoß zur Kooperation mit der AfD könnte die Partei entweder aus der Krise führen oder weiter isolieren. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Basis den Kurswechsel mitträgt.



