Beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt ist es am Samstag zu schweren Ausschreitungen gekommen. Linksextreme griffen vermeintlich rechte Blogger an und lieferten sich wüste Prügelszenen mit der Polizei. BILD-Reporter Frank Schneider, der vor Ort war, schilderte die Gewalt: „Tritte und Schläge! Das ging über drei Minuten.“ Die Polizei setzte erstmals Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein.
Massive Proteste und Blockaden
Bereits am Morgen blockierten erste Demonstranten eine große Kreuzung in Erfurt, um die Anreise der Delegierten zu erschweren. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Trotz der Blockaden gelang es den meisten Teilnehmern, den Parteitag zu erreichen.
Die Stimmung in der Stadt war angespannt. Mehrere tausend Menschen hatten sich zu Protesten gegen den AfD-Parteitag versammelt. Die Polizei sprach von einer gemischten Lage: Neben friedlichen Demonstranten seien auch gewaltbereite Linksextreme darunter gewesen.
Schlagstockeinsatz und Festnahmen
Im Laufe des Vormittags eskalierte die Situation. Eine Gruppe von Linksextremen attackierte vermeintlich rechte Blogger, die über den Parteitag berichten wollten. BILD-Reporter Schneider erlebte die Szene aus nächster Nähe: „Die Angreifer traten und schlugen minutenlang auf die Opfer ein. Es war eine extrem brutale Aktion.“
Die Polizei griff ein und setzte Schlagstöcke ein, um die Angreifer zurückzudrängen. Dabei wurden mehrere Personen festgenommen. Die Beamten bestätigten den Einsatz von Zwangsmitteln, betonten aber, dass dieser verhältnismäßig gewesen sei. Die genaue Zahl der Festnahmen und Verletzten stand zunächst nicht fest.
Politische Reaktionen
Die Ausschreitungen sorgten bundesweit für Empörung. Politiker aller demokratischen Parteien verurteilten die Gewalt. Hessens Innenminister, der sich ebenfalls zu den Protesten äußerte, warnte: „Gewalt und Rechtsbrüche sind undemokratisch.“ Er rief zu Besonnenheit auf und betonte das Recht auf friedlichen Protest.
Die AfD selbst kritisierte die Polizei für ihr Vorgehen. Parteisprecher warfen den Beamten vor, nicht entschlossen genug gegen die Linksextremen vorgegangen zu sein. Die Polizei wies diese Kritik zurück und verwies auf die schwierige Lage.
Hintergrund: AfD-Bundesparteitag
Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt stand im Zeichen von Richtungsstreitigkeiten und der Wahl einer neuen Parteiführung. Die Partei hatte sich für das thüringische Erfurt entschieden, um ein Zeichen in der politischen Mitte zu setzen. Doch die massiven Proteste überschatteten die Veranstaltung.
Bereits im Vorfeld hatten Gegner der AfD zu Blockaden und Demonstrationen aufgerufen. Die Polizei bereitete sich mit einem Großeinsatz auf die erwarteten Auseinandersetzungen vor. Trotz der Vorkehrungen kam es zu den gewaltsamen Szenen.
Die Ereignisse in Erfurt reihen sich ein in eine Serie von Protesten gegen die AfD. In den vergangenen Wochen hatten in mehreren deutschen Städten Zehntausende gegen Rechtsextremismus demonstriert. Dabei war es vereinzelt zu Gewalt gekommen, jedoch nicht in diesem Ausmaß.
Die Polizei kündigte an, die Ermittlungen zu den Ausschreitungen zu intensivieren und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Die Politik appellierte an alle Seiten, die Gewalt zu beenden und den demokratischen Dialog zu suchen.



