Herz-Art: Neue Schalmeienkapelle in Nachterstedt begeistert mit modernen Klängen
Im Probenkeller von Nachterstedts Ortsbürgermeister Rainer Heuwold erklingen seit Kurzem die ersten Schalmeientöne der neu gegründeten Kapelle Herz-Art. Was als spontane Idee beim Heimatfest begann, hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem vollwertigen Musikverein entwickelt, der mit modernen Arrangements und mitreißenden Klängen aufwartet.
Vom Biertischgedanken zur Vereinsgründung
„Wir sind alles Leute, die schon einmal gespielt haben und wieder Lust drauf hatten“, erklärt Vereinschefin Heike Gröper Bruneske die schnelle Entstehung der Kapelle. An einem einzigen Abend wurden nicht nur der Verein gegründet und der Name Herz-Art gefunden, sondern auch das passende Logo entworfen. Seit dem 1. August 2025 ist die Kapelle offiziell im Seeland registriert.
Doch ohne Instrumente lässt sich nicht musizieren. „Für eine gebrauchte Schalmei müssen minimal 1.000 Euro auf den Tisch gelegt werden“, so Gröper Bruneske. „Und mindestens zehn Musiker brauchen wir, um spielfähig zu sein.“ Durch einen glücklichen Zufall stieß die Gruppe auf eBay auf die Telefonnummer des musikalischen Leiters einer Plauener Schalmeienkapelle, die sich verkleinern musste.
Instrumentenfundus aus Plauen
„Wir sind dann mit drei Leuten nach Plauen gefahren – und das war wie in einem Schlaraffenland“, schwärmt die Vereinschefin. Die Nachterstedter durften sich aus dem gesamten Bestand bedienen und kehrten mit einer Grundausstattung zurück:
- Sopran-, Alt- und Bariton-Schalmeien
- Pauke und Trommel
- Komplettes Schlagzeug
Besonders erfreulich: Die Plauener gewährten eine Stundung bis 2028 für die Rückzahlung der Instrumente. Diese Großzügigkeit führte zu einer engen Freundschaft zwischen den Musikern beider Kapellen.
Moderne Arrangements für alle Generationen
Derzeit besteht Herz-Art aus zehn Musikern im Alter von 6 bis 65 Jahren, die aus der gesamten Region kommen. Neben Nachterstedt stammen sie aus Frose, Hoym, Aschersleben, Reinstedt und Hausneindorf. „Wir sind eine eigenständige Kapelle in Nachterstedt, wollen aber nicht nur zu einem Ortsteil gehören“, betont Yannic Kalytta, der als zweiter musikalischer Leiter für die praktische Umsetzung verantwortlich ist.
Die Lieder werden von Kalytta neu arrangiert. Zum Repertoire gehören neben traditionellen Stücken wie dem Bergmannsmarsch auch moderne Titel wie „Paul und sein Gaul“, „Taxi-Dancer“ oder „Werner Beinhart“. „Wir wollen eine moderne Schalmeienkapelle sein, die Stimmung macht“, erklärt Gröper Bruneske. Die Musik solle Herz und Kunst verbinden, traditionelle Klänge mit modernen Elementen vereinen und so ein einzigartiges Musikerlebnis für alle Generationen schaffen.
Erste Auftritte und weitere Pläne
Bereits im März plant Herz-Art ihren ersten öffentlichen Auftritt beim Benefizkonzert für die Ausstattung neuer Mannschaftstransportwagen für vier Seeland-Ortswehren. „Wir wollen dabei helfen“, so die Vereinschefin.
Auf Facebook hat die Kapelle bereits nach kurzer Zeit 142 Follower gewonnen. Dennoch sucht die Truppe weiterhin nach Verstärkung – sowohl personell als auch finanziell. Neben neuen Musikern werden Unterstützer gesucht, die beim Abbezahlen der Instrumente oder der Anschaffung einheitlicher Auftrittskleidung helfen. „Unser Erscheinungsbild soll individuell und modern sein – mit einem unverwechselbaren Outfit, das unser Logo trägt“, kündigt Gröper Bruneske an.
Die Unterstützung vor Ort ist groß: Ortsbürgermeister Rainer Heuwold stellt nicht nur den Übungsraum zur Verfügung, sondern engagiert sich aktiv für die Kapelle. „Das ist ihm ein Bedürfnis“, freut sich Gröper Bruneske über die lokale Unterstützung.



