Michael Schulte zur ESC-Debatte: „Sollte um Musik gehen“
Köln • Der Sänger Michael Schulte (35) hat sich in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur zur aktuellen politischen Debatte um den Eurovision Song Contest (ESC) 2026 geäußert. Der Künstler, der 2018 mit seiner Ballade „You Let Me Walk Alone“ den vierten Platz für Deutschland erreichte, zeigte sich traurig über die zunehmende Politisierung des Musikwettbewerbs.
Boykottaufrufe und politische Kontroversen prägen den ESC
In diesem Jahr boykottieren mehrere Länder, darunter die Niederlande, Irland und Spanien, den ESC, weil der israelische Sänger Noam Bettan (27) trotz der anhaltenden Konflikte in Nahost antreten darf. Diese Entwicklung bedauert Schulte deutlich. „Der Künstler aus Israel kann per se natürlich nichts dafür, dass er aus Israel kommt“, erklärte der in der Nähe von Buxtehude lebende Musiker. „Aber vielleicht wäre es an dieser Stelle besser gewesen, wenn Israel mal aussetzt, auch im eigenen Interesse und für den Künstler, weil es natürlich automatisch zu einem sehr großen Thema wird.“
Schulte betonte jedoch gleichzeitig, dass ihn die politische Fokussierung frustriere. „Auf der anderen Seite nervt es mich auch, dass es zu so einem Thema gemacht wird. Am Ende sollte es um die Musik gehen. Und je mehr die in den Hintergrund gerät, desto trauriger macht mich das“, fügte er hinzu. Für ihn steht die künstlerische Leistung im Vordergrund, nicht die geopolitische Lage.
Bewertung des deutschen ESC-Beitrags und Ausblick
Der Musiker, der kürzlich sein neues Album „Beautiful Reasons“ veröffentlichte, sieht insgesamt einen starken ESC-Jahrgang mit einer bunten Mischung an Beiträgen. Zum deutschen Song „Fire“ von Sarah Engels äußerte er sich zurückhaltend. „Für mich ist es keine Neuerfindung, sondern ein klassischer ESC-Song, wie man ihn in den letzten Jahren hier und da auch schon mal in so einer Art gehört hat“, sagte Schulte. Trotzdem wünscht er sich, dass der deutsche Beitrag in den Top 10 landet.
Das ESC-Finale wird am 16. Mai in Wien ausgetragen und steht unter dem Eindruck des Nahost-Konflikts. Schulte hofft, dass die Musik wieder mehr in den Fokus rückt und die politischen Kontroversen nicht überhandnehmen. Seine eigene Platzierung von 2018 bleibt die beste deutsche ESC-Platzierung seit Jahren, was seine Expertise in diesem Bereich unterstreicht.



