Howard Carpendale: Heutige Musikbranche macht große Hits unmöglich
Carpendale: Heute keinen Hit mehr möglich

Howard Carpendale: In der modernen Musikwelt wäre ein Hit heute nicht mehr möglich

Mit unvergesslichen Ohrwürmern wie "Hello Again" und "Ti Amo" feierte Howard Carpendale über Jahrzehnte hinweg große Erfolge. Doch der 80-jährige Sänger ist überzeugt, dass er in der heutigen, von künstlicher Intelligenz und Streamingdiensten geprägten Musiklandschaft keinen vergleichbaren Hit mehr landen könnte. "Ich rechne nicht damit, jemals wieder einen großen Hit zu haben", erklärte Carpendale im "Clasen Talk" der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die überfordernde Flut neuer Musik

Der Musiker verweist auf die schiere Menge an neu veröffentlichten Titeln, die den Markt täglich überschwemmen. "Heute kommen weltweit bereits 80.000 neue Songs pro Tag auf den Markt", so Carpendale. Er habe sogar gehört, dass diese Zahl in Zukunft auf eine halbe Million bis eine Million Titel ansteigen könnte. In dieser unüberschaubaren Masse sei es seiner Meinung nach praktisch unmöglich, noch einen durchschlagenden Hit zu produzieren, der die Aufmerksamkeit der Hörer langfristig bindet.

Drastischer Ratschlag an den Nachwuchs

Angesichts dieser Herausforderungen hat Carpendale einen ungewöhnlichen, aber deutlichen Rat für junge Menschen, die eine Karriere in der Musik anstreben:

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  • "Lern mal Basketball. Da hast du mehr Chancen, ein Leben zu führen, als mit Musik."
  • Für diejenigen, die es dennoch versuchen und ihre Musik online hochladen, bleibt laut ihm nur eine Option: "Betet. Anders geht es nicht."

Diese Aussagen unterstreichen seine skeptische Haltung gegenüber den Karrierechancen in der modernen Branche.

Eine bemerkenswerte Karriere im Rückblick

Howard Carpendale, 1946 im südafrikanischen Durban geboren und heute in Starnberg in Bayern lebend, blickt auf eine äußerst erfolgreiche Laufbahn zurück. Seine erste Single "Lebenslänglich" erschien 1966. Laut Angaben seiner Plattenfirma hat er seitdem über 65 Millionen Tonträger verkauft und wurde für seine musikalischen Leistungen unter anderem mit dem Echo ausgezeichnet. Diese beeindruckenden Zahlen kontrastieren stark mit seiner düsteren Prognose für die Zukunft der Musikindustrie.

Seine Einschätzung wirft ein grelles Licht auf die tiefgreifenden Veränderungen, die Digitalisierung, künstliche Intelligenz und veränderte Konsumgewohnheiten im Musikgeschäft bewirkt haben. Während Carpendales eigene Karriere ein Zeugnis vergangener Erfolgsmodelle ist, sieht er für neue Künstler in diesem überfüllten und schnelllebigen Umfeld kaum noch realistische Perspektiven.

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