Neue Kulturhallen in München: Droht Leerstand nach Fertigstellung?
Neue Kulturhallen in München: Droht Leerstand?

Ein neuer Kulturort in München steht kurz vor der Fertigstellung, doch die Frage nach der Nutzung bleibt offen. Die Stadt saniert die Jutier- und die Tonnenhalle im Kreativquartier, um Künstlern und Kreativen neue Räume zu bieten. Während die Jutierhalle bereits diesen Sommer fertiggestellt wird, lässt die Tonnenhalle noch zwei Jahre auf sich warten. Nun ist unklar, wer in die Jutierhalle einziehen wird – oder ob zunächst Leerstand droht.

Sanierung der historischen Hallen

Bereits vor sieben Jahren beschloss der Stadtrat die Sanierung der beiden rund 100 Jahre alten Hallen. 2022 begann der Umbau. In der Jutierhalle sollen Ateliers und Probenräume entstehen, während die Tonnenhalle als Veranstaltungsort für die freie Tanz-, Theater- und Musikszene dienen soll. Doch die Pläne gerieten ins Stocken, als vor zwei Jahren Korrosion am Stahl der Tonnenhalle festgestellt wurde. Die Fertigstellung verzögert sich dadurch um etwa zwei Jahre.

Interimskonzept gescheitert

Um einen Leerstand der Jutierhalle zu vermeiden, wollte Kulturreferent Marek Wiechers (parteilos) ein vorläufiges Konzept umsetzen. Dieses sah die Schaffung von fünf befristeten Stellen sowie Kosten von 480.000 Euro in diesem und über einer Million Euro im nächsten Jahr vor. Doch der Stadtrat vertagte die Entscheidung auf Antrag der Grünen. Grund war die ablehnende Haltung von CSU, FDP, ÖDP und der Fraktion Linke/Die Partei. Auch die Kämmerei unter Kämmerer Christoph Frey (SPD) lehnte die Kosten aufgrund der angespannten Haushaltslage ab.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kritik an der Planung

Gabriele Neff (FDP) kritisierte: „An allen Ecken und Enden wollen wir sparen, nur hier hört man nicht auf die warnenden Worte der Kämmerei.“ Leo Agerer (CSU) nannte die Kosten als Ablehnungsgrund. Sonja Haider (ÖDP) und Marie Burneleit (Die Partei) wiesen darauf hin, dass die zeitliche Diskrepanz zwischen den Hallen seit zwei Jahren bekannt sei und man längst hätte planen müssen. David Süß (Grüne) schlug vor, Künstler aus dem Fat Cat – einer Zwischennutzung im Gasteig, die im Herbst endet – in die Jutierhalle umziehen zu lassen. Die endgültige Entscheidung über die Nutzung wird der neue Stadtrat treffen.

Ausblick

Es bleibt abzuwarten, ob die Jutierhalle nach ihrer Fertigstellung tatsächlich genutzt wird oder ob mehrere Monate Leerstand drohen. Die politischen Diskussionen zeigen, dass die Finanzierung und die zeitliche Planung noch nicht abgestimmt sind. Die Münchner Kulturszene hofft indes auf eine schnelle Lösung, um die dringend benötigten Räume zu erhalten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration