Berliner Traditionsmarke Mampe eröffnet Museum in Kreuzberger Manufaktur
Mampe eröffnet Museum in Kreuzberger Manufaktur

Berliner Traditionsmarke Mampe eröffnet Museum in Kreuzberger Manufaktur

Die traditionsreiche Berliner Schnapsmanufaktur Mampe bekommt ein eigenes Museum. In der Manufaktur im Stadtteil Kreuzberg entsteht ein umfangreicher Ausstellungsbereich, der Objekte aus fast zwei Jahrhunderten Firmengeschichte präsentiert. Anfang Juli soll die Eröffnung stattfinden, wie Geschäftsführer Florian Löhlein der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Historische Sammlung mit 330 Exponaten

Der Eintritt in das neue Museum ist kostenlos. Besucher können unter der Woche zwischen 10.00 und 18.00 Uhr vorbeikommen, samstags zwischen 12.00 und 18.00 Uhr. „Wir machen die uralten Rezepte live vor Ort“, erklärt Löhlein. Wer die Ausstellung besucht, kann daher auch gleich etwas probieren oder kaufen.

Die Ausstellung zeigt insgesamt 330 historische Objekte, darunter:

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  • Originale Möbelstücke aus den historischen Mampe-Stuben
  • Aschenbecher, Gläser und Wandbilder aus Kneipen und Bars
  • Alte Fotos und Dokumente
  • Eine Kopie der Approbationsurkunde von Carl Mampe

Von der Privatsammlung zum öffentlichen Museum

Kuratorin der Ausstellung ist Karin Erb. Die Pädagogin begann vor 25 Jahren aus Neugier, sich für Mampe zu interessieren. Sie führte Gespräche mit Zeitzeugen und sammelte Mampe-Objekte, die sie zunächst privat ausstellte. „Es startete 2007 in meiner Wohnung“, erzählt sie. Die Nachfrage wurde irgendwann so groß, dass sie die Objekte in einer Ladengalerie präsentierte. Nach einer Pause soll die Sammlung nun in der Mampe Manufaktur öffentlich zugänglich sein. „Es ist toll, so alte Geschichte wieder zum Leben zu erwecken“, sagt Erb begeistert.

Vom Cholera-Mittel zur Berliner Kultmarke

Der Berliner Sanitätsrat Carl Mampe entwickelte in den 1830er Jahren einen Magenbitter, der ursprünglich als Mittel gegen Cholera gedacht war und später als Likör vertrieben wurde. Aus diesem Geschäft entwickelte sich eine bedeutende Spirituosenmarke mit mehr als 70 Produkten. Ein weißer Elefant ist bis heute das charakteristische Logo der Marke.

In Deutschland wurden die Mampe-Liköre und Schnäpse in eigenen Lokalen ausgeschenkt, den sogenannten Mampe-Stuben. Die erste entstand in der Friedrichstraße. Der bekannte Kräuterlikör „Halb und Halb“ aus Kräutern und Bitterorangen wurde dort für 25 Pfennig ausgeschenkt. Nebenan gab es eine zweite Ausschankstube speziell für Arbeiter, in der der Likör nur 15 Pfennig kostete.

Suche nach historischen Erinnerungsstücken

Nachdem das Unternehmen eigenen Angaben zufolge beinahe in der Versenkung verschwand, kehrte es 2012 zurück. Heute werden die Spirituosen in der Kreuzberger Manufaktur hergestellt. Das aktuelle Sortiment umfasst laut Löhlein 15 verschiedene Produkte.

Für die Ausstellung suchen Löhlein und Erb weiterhin historische Objekte und Erinnerungsstücke. „Helfen Sie mit, Berlins flüssiges Erbe sichtbar zu machen“, lautet ihr Aufruf. Besonders dringend gesucht wird ein großer Mampel-Pudel aus Porzellan, der früher in zahlreichen Kneipen ausgestellt worden sein soll.

Die Marke Mampe war über Jahrzehnte hinweg nicht nur in Berliner Kneipen präsent, sondern engagierte sich auch im Sport. Mampe war Trikotsponsor von Hertha BSC Berlin und im Motorsport aktiv, was die breite kulturelle Verankerung der Marke unterstreicht.

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