Anna Wintour und Meryl Streep: Vogue-Cover verwandelt Filmkritik in geniale Selbstvermarktung
Wintour und Streep: Vogue-Cover als Selbstvermarktung

Anna Wintour und Meryl Streep: Vogue-Cover verwandelt Filmkritik in geniale Selbstvermarktung

Die einflussreichste Modejournalistin der Welt, Anna Wintour, und ihre Hollywood-Doppelgängerin Meryl Streep zieren gemeinsam das Mai-Cover der Vogue. Beide sind 76 Jahre alt und wurden von der renommierten Fotografin Annie Leibovitz in Szene gesetzt. Dieses ikonische Bild markiert einen cleveren Schachzug in der Karriere der früheren Vogue-Chefin.

Von der Filmfigur zur Marke

Das Cover spielt bewusst mit Streeps Rolle als Miranda Priestly in Der Teufel trägt Prada, einer schrillen und skrupellosen Chefredakteurin, die allgemein als Karikatur Wintours interpretiert wird. Begleitet wurde das Shooting von einem exklusiven Gespräch zwischen den beiden Frauen, moderiert von Barbie-Regisseurin Greta Gerwig. Wintour bezeichnet es als große Ehre, von Streep porträtiert worden zu sein, betont jedoch gleichzeitig, dass Priestly weit entfernt von ihrer eigenen Persönlichkeit sei.

Streep erinnert sich in dem Interview an die schwierigen Dreharbeiten im Jahr 2006: Beim ersten Film hatten alle Angst vor Anna, also konnten wir keine Kleidung finden. Niemand wollte uns welche geben. Diese Anekdote unterstreicht das damals vorherrschende Image der gefürchteten Modeikone.

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Strategischer Imagewandel

Anna Wintour übernahm 1988 die Chefredaktion der US-amerikanischen Vogue und gab diese Position erst vergangenes Jahr ab. Sie bleibt jedoch als globale Redaktionsleiterin aktiv. Über die Jahrzehnte hat sie sich selbst zu einer unverwechselbaren Marke entwickelt:

  • Große, dunkle Sonnenbrille
  • Akkurat geschnittener Bob mit Stirnfransen
  • Haute-Couture-Kleidung

Die Fortsetzung Der Teufel trägt Prada 2 soll Ende April in die Kinos kommen. Während Wintour die Premiere des ersten Teils weitgehend ignorierte, nutzt sie die aktuelle Werbekampagne nun strategisch für sich selbst.

Meisterhafte PR-Strategie

Bereits im März trat Wintour gemeinsam mit Anne Hathaway, der Hauptdarstellerin beider Filme, bei der Oscar-Verleihung auf, um den Preis für das beste Kostümdesign zu überreichen. Nun erscheint sie erstmals selbst auf dem Cover der Vogue. Das Branchenblatt Variety kommentiert diesen geschickten Schachzug treffend: Die Person, die am meisten von der Pressetour des neuen Films profitiere, sei nicht einmal selbst im Film zu sehen.

Wintour habe es geschafft, eine Filmreihe, die einst darauf aufbaute, wie schlimm es ist, bei der Vogue zu arbeiten, in eine PR-Möglichkeit für sich selbst zu verwandeln. Aus einer potenziell negativen Darstellung ist somit eine geniale Selbstvermarktungsaktion geworden, die ihre Legende weiter festigt.

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