Der neue Film „Rose“ von Markus Schleinzer mit Sandra Hüller in der Hauptrolle sorgt für Aufsehen. Die Geschichte spielt zur Zeit des 30-jährigen Krieges und erzählt von einer Frau, die sich als Mann verkleidet und als Söldner verdingt. Hüller spielt diese Rolle mit einer solchen Intensität, dass der Zuschauer die Grenzen zwischen den Geschlechtern und die Frage nach Freiheit hautnah miterlebt.
Eine Frau in Männerkleidern
Sandra Hüller verkörpert Rose, eine Kämpferin, die nach einer schweren Gesichtswunde in eine Dorfgemeinschaft zurückkehrt. Sie schützt die Dorfbewohner mit ihrer Waffe, doch ihr Geheimnis und ihre Lebensweise sind ständig in Gefahr. Der Film zeigt auf beeindruckende Weise, wie Rose zwischen den Rollen hin- und hergerissen ist und welche Opfer sie bringen muss.
Kantig und ungeglättet
Die Inszenierung von Markus Schleinzer ist bewusst kantig und ungeglättet. Er verzichtet auf historische Verklärung und zeigt das Leben im 17. Jahrhundert in all seiner Härte. Die Dialoge sind knapp, die Bilder oft düster und erdig. Das verleiht dem Film eine authentische Wucht, die den Zuschauer nicht loslässt.
Besonders beeindruckend ist die Darstellung von Sandra Hüller, die ihre Rolle mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und Stärke füllt. Sie macht deutlich, dass Roses Kampf nicht nur ein äußerer, sondern vor allem ein innerer ist. Die Frage, ob Hosen freier machen, wird hier nicht plakativ beantwortet, sondern in all ihren Widersprüchen gezeigt.
Der Film ist ein eindringliches Porträt einer Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt behauptet. Er lädt dazu ein, über Geschlechterrollen und die Bedeutung von Freiheit nachzudenken. „Rose“ ist ein intensives Kinoerlebnis, das noch lange nachhallt.



