Hameln: Kostümbildner Enrico Lein hoppelt als XXL-Osterhase durch deutsche Einkaufszentren
Hameln: Kostümbildner als XXL-Osterhase in ganz Deutschland

Hameln: Kostümbildner Enrico Lein hoppelt als XXL-Osterhase durch deutsche Einkaufszentren

Lange, flauschige Ohren, weiche Pfoten und ein freundliches Grinsen – auf Stelzen thront er über den staunenden Kindern. Enrico Lein aus Hameln in Niedersachsen ist in diesen Tagen der Osterhase. Sein Kalender ist prall gefüllt, denn Einkaufszentren in ganz Deutschland buchen seine Dienste. Doch nach Ostermontag verschwindet der flauschige Riese wieder – für ein ganzes Jahr.

Das Geschäft mit der Osterfreude

Karsten Giersch kennt das Geschäft mit den fröhlichen Figuren genau. Er betreibt das Comedytheater „Los Lachos“ in Dessau in Sachsen-Anhalt und vermittelt die kostümierten Darsteller. Manche Verkleidungen sind besonders niedlich und stumm, andere erlauben den Darstellern zu sprechen und die Besucher zum Lachen zu bringen. Das besondere Highlight sind jedoch die Hasen auf Stelzen.

„Wir lassen uns zu jeder Jahreszeit etwas einfallen – und an Ostern ist es natürlich der Osterhase“, erklärt Giersch. Eine Woche vor Ostern bis Ostermontag haben seine Hasen Hochsaison. Von Berlin über das Ruhrgebiet bis nach Sachsen-Anhalt und Niedersachsen hoppeln sie durch Shopping-Center und bringen Kinderaugen zum Leuchten.

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Ein Mann mit vielen Verwandlungen

Enrico Lein ist einer dieser besonderen Hasen – aber nur zu Ostern. In der restlichen Zeit des Jahres verwandelt er sich in einen Weihnachtsmuffel, Wichtel oder andere Fabelwesen. Jedes einzelne Kostüm fertigt der talentierte Kostümbildner in seiner eigenen Werkstatt in Hameln an.

„Das macht mir unglaublich viel Spaß. Und außerdem werden die Kostüme so wirklich einzigartig“, erzählt Lein begeistert. Stundenlang arbeitet er an Fell, Ohren und feinen Details. Die Leidenschaft für sein Handwerk ist ihm deutlich anzumerken.

Wenn das Fell zu warm wird

Sein Einsatzgebiet erstreckt sich über ganz Deutschland. Von seiner Heimatstadt Hameln aus reist er kreuz und quer durchs Land. Sein Terminplan ist dicht gedrängt, die Arbeitstage dauern oft viele Stunden. Bei warmem Frühlingswetter wird es unter dem dichten Fell besonders schweißtreibend. „Das Kostüm ist ja ganz schön fellig“, gibt der Darsteller zu.

Sein bewährter Takt: Zwei Stunden hoppeln, eine Stunde verschnaufen. „Um die Wäsche zu wechseln und mich frisch zu machen. Und dann geht es wieder weiter für die nächsten zwei Stunden“, beschreibt Lein seinen Rhythmus. Gelegentlich bekommt er Verstärkung: Seine Freundin schlüpft dann ins passende Häsinnen-Kostüm.

Weniger Trubel als in der Weihnachtszeit

Die Oster-Saison ist im Vergleich zur Weihnachtszeit deutlich ruhiger. „Weihnachten wird einfach ausgiebiger gefeiert. Da war ich manchmal noch nach dem Fest unterwegs“, erinnert sich der Hamelner. Gebucht wird er hauptsächlich in den Tagen vor Ostern bis zum Ostermontag.

„Und dann hat der Osterhase wieder ein Jahr Pause“, sagt Lein mit einem Lächeln. Dann wandert der beeindruckende Plüschhase zurück in die Werkstatt – für zwölf Monate Winterschlaf, bis er wieder Kinderaugen zum Strahlen bringen soll.

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