Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz ist tot. Der Künstler starb im Alter von 88 Jahren, wie sein Atelier dem SPIEGEL bestätigte. Zuvor hatte die „Welt“ über seinen Tod berichtet.
Ein Leben für die Kunst
Georg Baselitz zählte zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. Geboren 1938 in Deutschbaselitz in Sachsen, prägte er mit seinen expressiven Werken die Kunstwelt. Bekannt wurde er vor allem durch seine auf dem Kopf stehenden Motive, mit denen er die traditionelle Bildsprache radikal infrage stellte.
Frühe Jahre und Durchbruch
Nach dem Studium an der Hochschule für Bildende Künste in West-Berlin begann Baselitz in den 1960er Jahren mit figurativen, oft provokativen Arbeiten. Sein erster Skandal gelang ihm 1963 mit der Ausstellung „Die große Nacht im Eimer“, die wegen Obszönität beschlagnahmt wurde. In den 1970er Jahren entwickelte er seine charakteristische Malweise: Figuren und Landschaften, die er auf den Kopf stellte, um den Betrachter zu zwingen, das Bild neu zu sehen.
Internationaler Erfolg
Baselitz’ Werke wurden weltweit ausgestellt, unter anderem auf der documenta und der Biennale di Venezia. Er lehrte als Professor an der Universität der Künste Berlin und prägte Generationen von Künstlern. 2016 erhielt er den Preis der Nationalgalerie für sein Lebenswerk. Seine Skulpturen, oft grob behauen und expressiv, sind in Museen wie dem Museum of Modern Art in New York zu finden.
Ein unbequemer Künstler
Baselitz galt als streitbar und unangepasst. Er kritisierte den Kunstbetrieb und die deutsche Vergangenheitsbewältigung. In seinen letzten Jahren zog er sich nach Österreich zurück, wo er weiterarbeitete. Sein Tod markiert das Ende einer Ära der deutschen Kunst. Die Nachrufe würdigen ihn als einen der letzten großen Maler des 20. Jahrhunderts.



