Michael Bully Herbig (58) ist ein Phänomen der deutschen Comedy-Szene. Der Comedian, Moderator und Produzent lockt mit seinen Filmen und Shows Millionen ins Kino und vor die Bildschirme. Von der „Bullyparade“ über den legendären „Schuh des Manitu“ bis hin zur erfolgreichen Show „LOL: Last One Laughing“ – Herbig hat sich einen festen Platz im Olymp der deutschen Unterhaltung erarbeitet.
Steckbrief von Michael Bully Herbig
Michael Herbig wurde am 29. April 1968 in München geboren und wuchs als Einzelkind bei seiner Mutter auf. Den Kontakt zu seinem Vater hatte er nie, dennoch beschreibt er seine Kindheit als glücklich. Schon mit acht Jahren träumte er von einer Schauspielkarriere. Mit zwölf Jahren sah er seinen ersten Hitchcock-Film „Die Vögel“ – und traf eine Entscheidung: Die Schauspielerei allein reichte ihm nicht! Er wollte Filmemacher werden und brach dafür nach dem Realschulabschluss die Schule ab.
Statt Abitur zu machen, verfolgte er einen anderen Plan: Mittlere Reife und eine Lehre als Fotograf, um dem Film näherzukommen. Doch nach der Lehre musste er zur Bundeswehr, und als er sich danach bei der Münchner Filmhochschule bewarb, wurde er abgelehnt – ein harter Rückschlag für den angehenden Filmemacher.
Michael Bully Herbigs Karriere
Nach der gescheiterten Bewerbung bei der Filmhochschule gründete Michael Bully Herbig mit einem Freund eine Firma für Ansagetexte. Der Verdienst blieb gering, aber der Schritt in die Telekommunikationsbranche zahlte sich aus: Ein Münchner Radiosender wurde auf ihn aufmerksam und engagierte ihn. Ab 1994 sorgte Bully dort mit seinen Dialekt-Gags und den „Bayern-Cops“ für Lacher – zunächst lokal, dann bundesweit. Mit seinen Kollegen Christian Tramitz und Rick Kavanian feierte er große Erfolge. Die „Bayern-Cops“ liefen über 800 Folgen und schafften es sogar ins Fernsehen.
Nebenbei drehte Herbig den Sketch „Easy Bully“ (1997), der auch bei ProSieben für Begeisterung sorgte. Die Folge: Bully, Tramitz und Kavanian bekamen ihre eigene Show – die Geburtsstunde der „Bullyparade“.
Im Jahr 2000 gab Michael Bully Herbig mit „Erkan & Stefan“ sein Regiedebüt. Der Film kam bei den Kritikern nicht gut an, aber mit mehr als 1,2 Millionen Zuschauern wurde er ein Erfolg. Herbig träumte von einem Western, doch kein Verleih wollte sein Projekt finanzieren. Erst nach „Erkan & Stefan“ wurde Produzent Bernd Eichinger auf ihn aufmerksam.
„Schuh des Manitu“ – erfolgreichster Film aller Zeiten
Dann folgte der enorme Erfolg: 2001 drehte Bully die Western-Parodie „Der Schuh des Manitu“, die mit 11,7 Millionen Zuschauern in Deutschland zum erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten wurde. Aufgrund der anhaltenden Begeisterung für den ersten Teil erschien mehr als 20 Jahre später die Fortsetzung: Am 14. August 2025 kam „Das Kanu des Manitu“ in die Kinos – und wurde mit mehr als fünf Millionen ebenfalls ein Erfolg.
Doch das war noch nicht alles: 2004 feierte seine „Star Trek“-Parodie „(T)Raumschiff Surprise“ einen weiteren Hit und zog fast 9,2 Millionen Zuschauer an. 2007 kehrte Herbig mit „Lissi und der wilde Kaiser“ zurück auf die Leinwand, und 2008 wurde er für seine Rolle in „Die Geschichte vom Brandner Kaspar“ sogar mit einem Bambi ausgezeichnet.
Herbig verleiht auch Zeichentrickfiguren seine Stimme: In „Ein Königreich für ein Lama“ (2000) war er die Stimme von König Kuzco, in „Robots“ (2005) sprach er den Roboter Fender und in „Toy Story 3“ (2010) den Cowboy Woody.
Zusammen mit seinem TV-Kollegen Stefan Raab tritt Herbig seit 2024 in der Show „Stefan und Bully gegen irgendson Schnulli“ an. Die beiden mussten sich in der ersten Show allerdings gegen den Kandidaten geschlagen geben. Seitdem folgten vier weitere Episoden (Stand: April 2026), darunter eine Spezialausgabe im Stil von „Schuh des Manitu“.
„LOL: Last One Laughing“
Seit April 2021 ist Herbig Gastgeber der Comedyshow „LOL: Last One Laughing“ und bringt mit seinen prominenten Kandidaten die Zuschauer zum Lachen – während die Stars versuchen müssen, es sich zu verkneifen. Denn: Wer zweimal lacht, fliegt raus! In sechs Episoden werden die zehn Kandidaten von mehr als 40 Kameras überwacht, denen kein Schmunzeln entgeht.
Am 14. Mai 2026 startet die siebte Staffel „LOL: Last One Laughing“ bei Prime Video. Stars wie Michelle Hunziker, Carolin Kebekus, Elton, Max Giermann und Olaf Schubert kämpfen um die Trophäe. Und während sich seine Kandidaten im Studio quälen, darf sich Michael Bully Herbig in seinem Regiezimmer schlapplachen.
Die Show heimste zahlreiche Preise ein. Unter anderem wurde „LOL“ 2021 mit dem Deutschen Comedypreis für die beste Comedy-Show und 2022 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Ein Ende dieses Erfolgs ist nicht in Sicht!
Woher stammt der Name Bully?
Herbigs Spitzname entstand vor vielen Jahren im Klassenzimmer: Als FC-Bayern-Fan trug Herbig in der Schule das Trikot des Fußball-Clubs. Darauf stand der Slogan „Die Bullen kommen!“ von Bayerns damaligem Sponsor „Magirus-Deutz“. Weil es mehrere Michaels in der Klasse gab, taufte ihn der Lehrer wegen des Trikots kurzerhand „Bully“. Ein Spitz- und Künstlername, der aus der deutschen Comedy-Welt nicht mehr wegzudenken ist.
Michael Bully Herbigs Privatleben
Trotz seiner ständigen Medienpräsenz hält Herbig Privates weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Seit 2003 ist der erfolgreiche Komiker mit Daniela Herbig verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn wurde 2010 geboren. Die Familie lebt in Straßlach bei München.
Im Januar 2026 erhielt Michael Bully Herbig den Bayerischen Filmpreis für seine Komödie „Das Kanu des Manitu“.
Filme von Michael Bully Herbig (Auswahl)
- 2001: „Der Schuh des Manitu“
- 2004: „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“
- 2006: „Hui Buh – Das Schlossgespenst“
- 2007: „Lissi und der wilde Kaiser“
- 2009: „Wickie und die starken Männer“
- 2013: „Buddy“
- 2017: „Bullyparade – Der Film“
- 2022: „Tausend Zeilen“ (nur Regie)
- 2025: „Das Kanu des Manitu“
TV-Auftritte von Michael Bully Herbig (Auswahl)
- 1997–2002: „Bullyparade“
- 2004–2006: „Bully & Rick“
- seit 2021: „LOL: Last One Laughing“
- 2022: „Schlag den Star“ (Kandidat gegen Rick Kavanian)
- seit 2024: „Stefan & Bully gegen irgendson Schnulli“ (als Herausforderer an der Seite von Stefan Raab)



