Hamburger Designerin macht Demoschilder zum Kunstobjekt
Demoschilder als Kunst: Designerin im Interview

Die Hamburger Designerin Chris Campe, 47, hat sich einen Namen als Influencerin für kreative Demoschilder gemacht. In einem Interview mit dem SPIEGEL erklärt sie, wie sie zu dieser ungewöhnlichen Spezialisierung kam und welche Kartons sich am besten zum Basteln eignen.

Vom Grafikdesign zur politischen Bühne

Chris Campe arbeitet eigentlich als selbstständige Grafikdesignerin. Doch dann entdeckte sie eine neue Leidenschaft: das Gestalten von Protestschildern. „Eigentlich bin ich doch ein politischer Mensch“, sagt sie. Ihre Schilder sind nicht nur informativ, sondern auch humorvoll. „Dann soll es wenigstens ein bisschen witzig sein“, erklärt sie ihre Philosophie.

Die Kunst des Protests

Campe hat eine Vorliebe für klare Botschaften und auffällige Farben. Sie verwendet vor allem stabile Kartons, die sie mit Acrylfarben und dicken Markern bearbeitet. Ihre Schilder sind oft auf Demonstrationen in Hamburg zu sehen, aber auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden.

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Die Designerin betont, dass es ihr nicht um Perfektion geht. „Ein Demoschild muss schnell lesbar sein und eine Emotion transportieren“, sagt sie. Deshalb setzt sie auf einfache Schriftarten und starke Kontraste. Ihr Tipp für Anfänger: „Nimm einen großen Karton, am besten von einem Umzugskarton, und schneide ihn zurecht. Dann male mit dicken schwarzen Buchstaben deine Botschaft drauf.“

Vom Hobby zum Beruf

Was als privates Hobby begann, hat sich inzwischen zu einer kleinen Marke entwickelt. Campe verkauft ihre Schilder nicht, aber sie gibt Workshops und postet regelmäßig Fotos ihrer Arbeiten auf Instagram. „Die Leute lieben es, wenn ein Schild nicht nur politisch korrekt, sondern auch originell ist“, sagt sie.

Besonders stolz ist sie auf ein Schild mit der Aufschrift „Mehr Mut, weniger Müll“, das bei einer Klimademo zum Einsatz kam. „Es ist wichtig, dass wir nicht nur jammern, sondern auch kreativ werden“, so Campe.

Materialien und Tipps

Für ihre Schilder verwendet Campe am liebsten stabile Pappe von Verpackungen. „Je dicker, desto besser“, rät sie. Auch alte Plakate oder Tapetenrollen eignen sich. Wichtig sei, dass die Farbe nicht durchdrückt. Sie selbst nutzt vor allem Acrylfarben und permanente Marker.

Ihr wichtigster Ratschlag: „Hab keine Angst vor Fehlern. Ein Schild muss nicht perfekt sein, es muss wirken.“

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